Lösen Mobilgeräte den Desktop ab? Laut SAP wird das der Fall sein. Bild: Nokia

Lösen Mobilgeräte den Desktop ab? Laut SAP wird das der Fall sein. Bild: Nokia

von Sabine Leikep

WALLDORF (ilk). Mit der neuen Sybase Unwired Platform 2.0. haben SAP und das SAP-Unternehmen Sybase die Weichen für eine kostengünstige und einfache Realisierung des drahtlosen Unternehmens gestellt. Diese Plattform und eine erweiterte Version des Software Development Kit werden in wenigen Monaten verfügbar sein. Damit lassen sich schnell und einfach bedienerfreundliche Anwendungen für mobile Geschäftsprozesse und Workflows entwickeln. Bestehende Systeme können problemlos eingebunden werden. Geschäftsdaten aus stationären Unternehmenssystemen stehen dann in Echtzeit auf dem Mobilgerät zur Verfügung.

Christian Horak, Leiter Solution Marketing für SAP Business ByDesign, sieht in der On-Demand-Mittelstandslösung SAP Business ByDesign einen neuen Standard für die Geschäftswelt: „Wir möchten den Firmen einen IT-Dienst als Grundversorgung anbieten, vergleichbar mit Strom, Wasser oder Gas“, so der Experte. “Die Cloud wird sicher nicht alles ersetzen, aber sie macht Mobilität und schnelle Datenverfügbarkeit zu erschwinglichen Preisen für eine breite Masse zugänglich.“ Dem Thema Mobile Computing könne man sich als Unternehmen nicht verschließen, betont Horak. Das iPhone und andere mobile Endgeräte seien mittlerweile ein Geschäftswerkzeug. So könne man zum Beispiel beim Kunden auf Daten zugreifen und schnell agieren und reagieren. Für die verarbeitende Industrie bieten sich laut Horak neue Möglichkeiten im Hinblick auf Warenwirtschaft, Vertriebs- und Einkaufsprozesse. Bisher sei der Blick auf das gesamte Unternehmen schwierig. „Künftig werden alle auf den gleichen Datenbestand zugreifen. Jeder kann in Echtzeit sehen, was passiert, zum Beispiel die Anlieferung einer fehlerhaften Charge, die sich auf den Produktionsprozess auswirkt.“

Mit der neuen Miet-Software können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. IT-Dienstleister binden mit dem SAP-Baukasten die Software an die vorhandene Infrastruktur an. SAP übernimmt die ständige Pflege, Wartung und Anpassung. Sicherheitsbedenken durch die Auslagerung der Daten räumt Christian Horak aus: „Die Absicherung der Daten durch Experten bietet den Kunden mehr Sicherheit, als sie sich selbst leisten könnten“. So seien die Daten im SAP-Rechenzentrum doppelt gespeichert und die Zugriffsberechtigungen seien sehr stringent.

Möglich wird der schnelle Zugriff auf große Datenmengen durch die In-Memory-Datentechnologie. Diese Technologie kommt von der Geschäftsprozess-Seite und wurde bei SAP bisher für Data-Warehouse-Systeme genutzt. „Jetzt geht es darum, ERP-Systeme und analytische Daten zusammenzubringen“ erklärt Hilmar Schepp, Pressesprecher für Technologiethemen . Diese Technologie ermögliche die Verbindung von mobiler Welt, On-Demand-Computing und bereits vorhandener Datensysteme. So seien Daten sofort in Echtzeit über eine mobile Verbindung an jedem Ort abrufbar, was schnelle Einblicke in Umsätze, Lagerbestände etc. ermöglicht. Alle Daten für die Produktion seien stundenaktuell und in Sekundenschnelle verfügbar und könnten auch in Form von Reports etc. verarbeitet werden. Neu ist laut Schepp die Verknüpfung mit der mobilen Welt, zum Beispiel als App für das iPad oder Android-Geräte.