WALLDORF (Dow Jones/rm). Der Softwarekonzern aus Walldorf will die von seinem US-Konkurrenten gemachten Vorwürfe nicht länger bestreiten und auch finanziell die Verantwortung übernehmen. Dies sei dem zuständigen Gericht in Kalifornien mitgeteilt worden, heißt es in einer in der Nacht zum Freitag verbreiteten Mitteilung.

Oracle wirft SAP vor, dass deren US-Tochter TomorrowNow vor Jahren illegal “im großen Umfang” nur für Oracle-Kunden bestimmte Daten über deren Zugang zu den Oracle-Systemen heruntergeladen hat. Oracle spricht von Diebstahl von “geistigen Eigentum”. Seit März 2007 ist eine Schadenersatzklage des Unternehmens aus Redwood City anhängig. TomorrowNow bot Oracle-Nutzern seinerzeit den Kundensupport an, ist aber inzwischen abgewickelt.

Am 1. November soll die auf sechs Wochen angesetzte Hauptverhandlung dieses Prozesses beginnen. Oracle hat Schäden in Milliardenhöhe geltend gemacht. Ansprüche in derartiger Höhe wies SAP in der Nacht zum Freitag allerdings als “völlig überzogen” zurück. Dafür will der DAX-Konzern Beweise “liefern”.

“SAP ist bereit, Oracle einen durch die eingeschränkte Geschäftstätigkeit von TomorrowNow tatsächlich verursachten Schaden zu ersetzen”, erklärte Finanzvorstand Werner Brandt: “Die völlig überzogenen Schadensersatzforderungen von Oracle sind jedoch kontraproduktiv zu unseren Bestrebungen, eine faire Lösung zu finden.”