FRANKFURT (Dow Jones/rm). “Ziel muss es insgesamt sein, das On-Demand-Geschäft in zwei bis drei Jahren vom Volumen gesehen so weit zu bringen, dass der Anteil der Mieterlöse an den Gesamtumsätzen eine nahhaltige Region erreicht,” sagte Peter Lorenz, der bei dem DAX-Konzern in dem Bereich für die Entwicklung verantwortlich ist, im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Eine genaue Zielgröße nannte er allerdings nicht.

Bislang ist das Segment ein recht kleines Spielfeld für den Hersteller von Unternehmenssoftware: So entfielen im zweiten Quartal bei Gesamtumsätzen von knapp 2,9 Mrd EUR weniger als 100 Mio EUR auf Einnahmen aus Mietsoftware, wo SAP mit Unternehmen wie Salesforce.com und Netsuite im Wettbewerb steht.

Das klassische Verkaufsmodell von SAP basiert auf dem Lizenzvertrieb, bei dem Kunden Softwarelizenzen erwerben und in der Folge jährlich ein gewissen Prozentsatz des Lizenzpreises als Wartungsgebühr an den Konzern zahlen. Demgegenüber sind Mietlösungen, im Branchenjargon auch On-Demand-Software oder Software-as-a-Service genannt, mit einem Abonnement vergleichbar, bei dem monatlich eine Gebühr für die Nutzung entrichtet wird.

Bei diesen Lösungen sind auch keine umfassenden Installationen vor Ort notwendig; vielmehr wird die Software extern über das Internet zur Verfügung gestellt. Die Flexibilität gepaart mit der geringeren Komplexität soll den Kunden Kostenersparnisse bringen. Laut Lorenz nutzen aktuell wohl ungefähr 10% der Unternehmen On-Demand-Software, SAP gehe aber davon aus, dass diese Zahl “relativ schnell” auf mindestens 25% steigen werde.

“Die Krise hat diesen Trend vielleicht etwas beschleunigt”, sagte Lorenz. “Man könnte auch sagen, das uns die Krise da fast eher geholfen hat”. Große Hoffnungen setzt SAP auf die eigene Mietsoftware “Business ByDesign”, welche verschiedene Anwendungen wie etwa Finanz- und Projektmanagement unter einem Dach vereinigt. Die Lösung wurde zwar bereits 2007 in großem Rahmen angekündigt, kam allerdings nach langer Verspätung erst diesen Sommer in sechs Ländern auf den Markt, darunter in Deutschland und den USA. Zielgruppe von “Business ByDesign” sind vor allem kleinere Unternehmen, auch wenn SAP diesen Fokus erweitern wird.

So werde eine ab Februar 2011 verfügbare neue Version des Produkts vor allem auch für Tochter- und Landesgesellschaften großer Konzerne interessant sein, da sie eine tiefere Integration der Prozesse zwischen Unit und Headquarter ermögliche als die aktuelle Version, so Lorenz. “Somit werden große Unternehmen ihre Töchter zu deutlich geringeren Kosten an ihre SAP-Landschaft anbinden können”.

Daneben wird die in “Business ByDesign” verbaute Plattform künftig als Basis für einige neue On-Demand Anwendungen dienen, die auf bestimmte Funktionen eines Großkonzerns abzielen. Als Beispiel nennt Lorenz “SAP Sales OnDemand”, eine Lösung zum Management der Kundenbeziehungen, die ebenfalls im Februar auf den Markt kommen wird. SAP bietet neben “Business ByDesign” bereits weitere spezifische On-Demand-Lösungen an, etwa im Bereich Datenanalyse und Beschaffungsmanagement.

All dies wird laut Lorenz aber nichts am Fokus von “Business ByDesign” ändern. “Der Mittelstand ist ganz klar Zielgruppe für SAP Business ByDesign, davon abgesehen, lernt man Themen wie Volumen, Einfachheit und Schnelligkeit auch nur in diesem Kundensegment,” sagte der Manager, der seit 1993 bei der Softwareschmiede aus dem badischen Walldorf tätig ist.

Konkrete Zielvorgaben für das Produkt hat SAP bislang nicht veröffentlicht, will dies nach früheren Angaben des Managements aber zu gegebener Zeit machen