FRANKFURT (Dow Jones/rm). Am Freitag gehört das Papier in einem ansonsten nur knapp behaupteten Markt zu den stärksten DAX-Werten. Unterstützend wirken auch die jüngsten Oracle-Zahlen.

Basis für die Fantasien der Anleger ist ein Interview der “Financial Times Deutschland” mit dem Wirtschafts- und Finanzminister des Golfstaates, Youssef Hussein Kamal. Darin kündigte dieser Milliardeninvestitionen in deutsche Mittelständler und vor allem in die IT-Branche an. Einen Einstieg beim Softwareentwickler SAP habe Kamal nicht ausgeschlossen, fügte die Zeitung hinzu.

Spannend wird diese eher vage Aussage aus Sicht von Marktteilnehmern vor dem Hintergrund der jüngsten Äußerungen des SAP-Mitgründers Klaus Tschira, die das Wirtschaftsmagazin “Capital” am Donnerstagabend verbreitet hatte. Zum “richtigen Preis” sei er bereit, seine SAP-Anteile zu verkaufen, sagte er dem Blatt. Fast 10% des SAP-Kapitals werden Tschira zugerechnet.

Am Frankfurter Aktienmarkt wirkt das Zusammentreffen dieser Meldungen als Kursbeschleuniger: “Einer will kaufen und einer verkaufen – das gibt eine runde Investmentstory”, sagte ein Händler am Morgen. Schon vorbörslich zeigte sich das Papier daraufhin deutlich im Plus; im Handelsverlauf kletterte die Aktie bis auf 38,10 EUR. Um 13.08 Uhr notiert die SAP-Aktie mit 1,4% im Plus bei 37,93 EUR.

Positiv werden auch die vom SAP-Erzrivalen Oracle in der Nacht vorgelegten Quartalszahlen gewertet. Die fielen deutlich besser aus als erwartet. Vor allem das Geschäft mit neuer Software brummt: um 21% kletterten die Lizenzerlöse.

Mit einem Seitenhieb nach Deutschland ließ Oracle verlauten, man habe den Marktanteil auf Kosten von SAP ausgebaut. Das gehöre “zum typischen Selbstmarketing der Amerikaner” und dürfe nicht überbewertet werden, sagte ein weiterer Händler. Die WGZ-Bank nahm die “erfreulichen” Nachrichten am Freitag zum Anlass, das Kursziel für die SAP-Aktie um zwei auf 44 EUR anzuheben.