PwC, Big Data, Global Data and Analytics Survey 2016 Big Decisions, Frankfurt

Die Nutzung von ‚Big Data’ ist in deutschen Unternehmen angekommen. Das ist ein Ergebnis der Studie ‚Global Data and Analytics Survey 2016: Big Decisions’ der in Frankfurt am Main ansässigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die mehr als 2.000 Entscheidungsträger weltweit befragt wurden, darunter rund 170 hierzulande. Bild: PwC

Die Nutzung von ‚Big Data’ ist in deutschen Unternehmen angekommen. Zur Entscheidungsfindung nutzen nahezu alle befragten deutschen Unternehmen Datenanalysen (97 %). Wenn es jedoch darum geht, strategische Entscheidungen zu treffen, verlassen sich 41 % der befragten Konzernlenker in Deutschland noch hauptsächlich auf ihre Erfahrung und Intuition, während 34 % von ihnen primär auf ‚Data & Analytics’, der systematischen Erhebung und Auswertung von Daten, zurückgreifen. Das sind die Ergebnisse der internationalen Studie ‚PwCs Global Data and Analytics Survey 2016: Big Decisions’ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die mehr als 2.000 Entscheidungsträger weltweit befragt wurden, darunter rund 170 hierzulande.

„Subjektivität und Intuition können nicht komplett aus unternehmerischen Entscheidungsprozessen herausgefiltert werden“, sagt Barbara Lix, Verantwortliche für das Thema Data & Analytics bei PwC in Deutschland. „Dennoch können Prognosen sowie das Aufzeigen und die Bewertung von Risiken als Entscheidungshilfe für strategische Entscheidungen dienen und die Entscheidungsqualität verbessern. Nur Unternehmen, die in ihrer Entscheidungsfindung das richtige Verhältnis von Kopf und Maschine finden, werden mit dem digitalen Wandel Schritt halten.“

Unternehmen in Deutschland unterscheiden sich von Unternehmen in anderen Ländern, die sich laut Befragung weniger von Datenanalysen leiten lassen und deren Analysemethoden weniger fortgeschritten, also primär deskriptiv sind: Im globalen Vergleich beschreiben vier von zehn Unternehmen aus anderen Ländern (39 %) ihre Entscheidungsfindung als ‚sehr stark datengetrieben’, während dies auf knapp die Hälfte der Befragten in Deutschland zutrifft (49 %). Während 52 % der deutschen Unternehmen bereits fortgeschrittene Formen der Datenanalyse (‚Advanced Analytics’) wie etwa prädiktive (prognose-basierte) und präskriptive (handlungsempfehlende) Analysemethoden nutzen, setzt die Mehrheit der Unternehmen in anderen Ländern (57 %) nach wie vor eher deskriptive und diagnostische Methoden ein.

 „Die Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen Daten und Advanced Analytics im hohen Maße nutzen, aber den Ergebnissen nicht im vollen Umfang trauen,“ erläutert Lix. „Das Potenzial von Datenanalysen zur Entscheidungsunterstützung könnte besser ausgeschöpft werden, indem Führungskräfte systematisch lernen analytische Ergebnisse zu verstehen und zu bewerten, in welchen Fällen sie datengetriebenen Erkenntnissen vertrauen und wann sie sie mit ihrer Intuition kritisch hinterfragen.“

Ein Viertel der Befragten aus Deutschland geht davon aus, dass ihre Branche bis 2020 von tiefgreifenden disruptiven Veränderungen geprägt sein wird. Über die Hälfte von ihnen (53 %) erwarten kreative Veränderungen, etwa in Form von neuen Geschäftsfeldern, während 22 % auch in Zukunft vom Status Quo ausgehen. Die richtigen strategischen Entscheidungen werden in diesem Umfeld immer wichtiger – ob es um die Entwicklung neuer Produkte, die Erschließung neuer Märkte oder IT-Investitionen geht. Rund drei Viertel der befragten Konzernlenker in Deutschland (76 %) gaben an, dass ihre Entscheidungen sich durch innovativere Produkte, bessere Kundenbeziehungen und -akquise sowie höhere Marktanteile primär auf die Erlössituation auswirken werden. Für knapp ein Viertel von ihnen stehen dagegen die Kostenreduktion und die Prozessoptimierung im Mittelpunkt strategischer Entscheidungen.

"Der Mehrwert der Nutzung von Daten und Algorithmen wird sich in Zukunft durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz deutlich erhöhen. Selbstlernende, intelligente Systeme sagen heute schon Geschäftsentwicklungen, Markttrends, Entscheidungs- und Vertragsrisiken, Kundenwünsche- und verhalten, oder Maschinenausfälle und Wartungsbedarfe vorher. In Zukunft werden diese Systeme sogar Handlungsempfehlungen für operative Entscheidungen geben. Inwieweit diese Handlungsempfehlungen für ‚Big Decisions’ gegeben werden können und Akzeptanz finden werden, wird sich zeigen“, so Lix.