München (fr). Terna, mit Stromleitungen von einer Gesamtlänge von 62.000 km nach eigenen Angaben der siebtgrößte Netzbetreiber weltweit, erwirbt den gleichen Kapitalanteil an der Dii wie die bestehenden Gesellschafter. Die Dii hat sich zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und klimafreundliche Energieerzeugung in den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens zu schaffen. Dadurch sollen sowohl die Erzeugerländer als auch Europa mit CO2-freiem Strom versorgt werden.

Flavio Cattaneo, CEO von Terna: „Wir freuen uns sehr, nun Teil der Desertec-Initiative zu sein, deren Ziele wir vollständig unterstützen. Terna hat von jeher die Öffnung neuer Märkte, die Entwicklung neuer Stromverbindungen und den Transfer von Wissen zwischen Europa und dem südlichen Mittelmeerraum im Blick gehabt. So kann sich die Region technologisch und ökonomisch weiterentwickeln.“

Paul van Son, CEO der Dii: „Wir heißen Terna in unserer internationalen Initiative herzlich Willkommen. Neben der Stromerzeugung in den Wüsten Nordafrikas ist der Transport des Stroms zu den lokalen und den europäischen Märkten ein wesentliches Element der Desertec-Vision. Italien ist aufgrund seiner geographischen Lage und der Nähe zu Tunesien ein Schlüsselland. Darüber hinaus kann Terna aufgrund der Expertise als Stromnetzbetreiber wertvolles Wissen über die Integration von Erneuerbarem Strom in unser Gemeinschaftsunternehmen einbringen.“

Die Industrieinitiative Dii wird inzwischen von 18 Gesellschaftern und 25 Assoziierten Partnern getragen. Das internationale Firmenkonsortium will die Nutzung von Erneuerbaren Energien in großem Stile vorantreiben. In STEG Energies Renouvelables, einem Tochterunternehmen des staatlichen Energieversorgers STEG, wird sich demnächst ein Gesellschafter aus Tunesien an der Dii beteiligen. Dies belegt erneut den partnerschaftlichen Ansatz der Dii bei der Umsetzung der Desertec-Vision.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den Wüsten – dieses visionäre Vorhaben steht auch im Mittelpunkt der ersten Jahreskonferenz der Industrieinitiative Dii am 26. und 27. Oktober 2010 in Barcelona. Die Konferenz wird von EU-Energiekommissar Günther Oettinger eröffnet. Weitere Diskussionsschwerpunkte werden die Möglichkeiten zur Stromerzeugung in Wüstenregionen, die Anforderungen für die Stromnetze der Zukunft und Fragen der Finanzierung sein. Auch die sozioökomischen Entwicklungschancen für die MENA-Region sowie die Schaffung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen und Förderinstrumente für Strom aus der Wüste werden auf der Dii-Jahreskonferenz diskutiert.

Die Dii soll die geeigneten Rahmenbedingungen für Investitionen entwickeln, die notwendig sind, um den Nahen Osten, Nordafrika und Europa mit Sonnen- und Windenergie zu beliefern. Das langfristige Ziel ist, einen erheblichen Anteil des Strombedarfs für die Erzeugerländer und 15% des europäischen Strombedarfs im 2050 zu erzeugen.