Beim Repowering werden alte Anlagen durch neue, leistungsstärkere ersetzt.

Beim Repowering werden alte Anlagen durch neue, leistungsstärkere ersetzt.

Husum / Wörrstadt (fr). „Wir setzen weltweit auf die großen und kostengünstigen Potenziale der Onshore-Windenergie – zum Beispiel auch durch Repowering-Projekte – und steigen zudem in neue attraktive Märkte ein“, erklärt Dr. Frank Finzel, der gemeinsam mit Dr. Marie-Luise Pörtner die Geschäfte der juwi Wind GmbH führt, im Vorfeld der internationalen Fachmesse Husum WindEnergy 2010 (21. bis 25. September). „Dazu gehören jetzt auch Wartung & Instandhaltung sowie Dienstleistungen rund um die Rotorsystemtechnik“, erläutert Rolf Heggen, Geschäftsführer der juwi Management GmbH. Für die kommenden zwei Jahre habe die juwi Wind GmbH sowohl im In- als auch im Ausland Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 Megawatt (MW) in der Pipeline, heißt es von dem Unternehmen. Mit diesen Projekten können pro Jahr rund vier Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom erzeugt werden, was nach europäischen Maßstäben den Bedarf von über 1.000.000 Haushalten deckt.

Zentrale Auslandsmärkte sind Frankreich, die USA, Costa Rica und Polen, aber auch Deutschland bleibt im Fokus. Markteintritt feiert juwi in diesem Jahr in Italien, Chile, Uruguay und Südafrika. Die Zahl der Mitarbeiter der juwi Wind wird sich dabei von heute rund 170 bis Ende 2012 in etwa verdoppeln. „Unsere Qualität und Kompetenz sind immer stärker gefragt. Deshalb suchen wir weltweit neue, hoch qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Dr. Poertner.

International und in Deutschland

Das internationale Highlight ist der Windpark Guanacaste in Costa Rica mit 55 Anlagen der 900-Kilowatt-Klasse, der Anfang des Jahres offiziell eingeweiht wurde. Für das zweite juwi-Projekt in Costa Rica, ein 15,3-MW-Windpark mit 17 E-44 Windkraftanlagen nahe der Hauptstadt San José, ist der Startschuss bereits gefallen. Das größte Windprojekt der juwi-Gruppe entsteht derzeit in den USA: Dort ist das Team um den neuen US-Geschäftsführer Michael Rucker aktuell an der Realisierung des 60-MW-Windparks „Flat Water“ in Nebraska beteiligt. Weitere US-Projekte plant das Windteam in Nordamerika künftig vorrangig von der neuen US-Zentrale in Boulder (Colorado) aus. Deutschland bleibt für juwi einer der wichtigsten Märkte. 300 Anlagen mit etwa 500 MW Gesamtleistung hat juwi bislang in der Bundesrepublik projektiert.

Gute Windstandorte  im Binnenland gebe es noch mehr als genug – in nahezu jeder Region, sagen die juwi Wind Geschäftsführer. Zentrale Offshore-Windparks weit draußen im Meer, davon sind Dr. Finzel und Dr. Pörtner überzeugt, belasten – durch höhere Einspeisevergütung sowie durch hohe Montage- und Folgekosten beispielsweise für den Netzausbau – die Verbraucher. „Windenergie im Binnenland ist längst konkurrenzfähig zu konventionellem Strom und bietet noch immenses Potenzial – auch und vor allem für die regionale Wertschöpfung. Denn jedes Windrad, jede Solar- oder Bioenergie-Anlage, die vor Ort Strom erzeugt, bringt der Region Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen und kurbelt so die Wirtschaft an. Dies funktioniert nur mit einem dezentralen Konzept – nicht mit Offshore-Projekten“, so Dr. Finzel.