E-Mobiltät-Projekt,TU Braunschweig,induktive PKW-Ladetechnologien , NFF, Elektroautos

Die Ingenieure Jonas Wussow und Tim-Hendrik Dietrich arbeiten an der Elektronik, die im Kofferraum des emilia-Golfs untergebracht ist. Bild: TU Braunschweig

Eine kabellose Ladetechnologie für Elektroautos mit einer Leistung von über 10 kW haben Ingenieure des Niedersächsischen Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität Braunschweig entwickelt. Mit der induktiven Ladetechnologie können PKWs genauso schnell aufgeladen werden, wie es bisher nur mit so genannten Schnellladesäulen möglich ist. Getestet wird die Technologie mit den emilia-Forschungsfahrzeugen in Zusammenarbeit mit der Braunschweiger Verkehrs-Gesellschaft. Sie gehen dabei als Taxis in den Praxistest und werden auf den Stationen der emil-Elektrobusse (Elektromobilität mittels induktiver Ladung) induktiv geladen.

„Die von uns entwickelte induktive Ladetechnologie ist ein wichtiger Schritt für die Verbindung von Elektromobilität und automatisiertem Fahren“, sagt Professor Markus Henke, Vorstandsmitglied des Niedersächsischen Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig. „Schnelles und unkompliziertes Laden kann der Elektromobilität zu mehr Nutzerakzeptanz verhelfen“, berichtet Professor Bernd Engel, Leiter des Instituts für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen (elenia) der TU Braunschweig.

Eine induktive Ladetechnologie für Elektroautos im Taxi- und Lieferverkehr zu entwickeln und dabei die vorhandene Ladeinfrastruktur der emil-Elektrobusse nutzen, so lautete die Aufgabe der Braunschweiger Ingenieure. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit kann das Forschungsteam nun einen Erfolg vermelden. Sie haben es geschafft, die induktive Ladetechnologie der Elektrobusse so zu nutzen, dass künftig auch PKWs auf den emil-Ladestationen kabellos geladen werden können. Vorerst laden sie ihre Versuchsfahrzeuge mit einer Leistung im Bereich von 10 bis 20 kW auf einer Ladestation im NFF-Technikum. Gelungen ist dies den Ingenieuren mit nur geringen Eingriffen in die emilia-Fahrzeuge, so dass die induktive Ladetechnologie auch auf andere Fahrzeugmodelle übertragen werden kann.

Im Einzelnen entwickelten die Ingenieure spezielle Induktivaufnehmer, so genannte ‚Pickups’, die unter das Fahrzeug verbaut wurden und die im Gegensatz zum emil-Elektrobus zum Laden nicht abgesenkt werden. Damit der Ladevorgang gestartet und beendet werden kann, kommuniziert das Fahrzeug wie der emil-Bus drahtlos mit der Ladestation. Ein Aspekt, der in Zukunft vor allem für automatisiertes Fahren wichtig werde, so Elektroingenieur Tim-Hendrik Dietrich. Auch beim Aufbau des Induktivladesystems im Fahrzeug war einiges zu tun: Entwickelt wurde unter anderem eine eigene Leistungselektronik und ein eigenes CAN-Protokoll. Über eine Umschalteinrichtung kann zwischen den verschiedenen Ladearten mit und ohne Kabel gewechselt werden.