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Dank der individuellen Steuerung können die Finger der myoelektronischen Handprothese zu insgesamt 14 verschiedenen Griffmustern arrangiert werden. Bild: Steeper

Medizintechnik ist ein weites Feld. Sie reicht von Forschung und Entwicklung über mobile Geräte, die sich vom Patienten bedienen lassen, über chirurgische und diagnostische Werkzeuge bis hin zu Simulationsmöglichkeiten für die Ausbildung der Mediziner. Jeder Einsatzfall stellt besondere Anforderungen an die eingesetzten Komponenten. Allen gemeinsam ist allerdings die Forderung nach höchster Zuverlässigkeit, sicherer Funktion und meist auch hoher Genauigkeit. Gerade in der Medizintechnik spielen Kleinstantriebe von Faulhaber deshalb eine immer größere Rolle. Vom leistungsstarken DC-Motor mit 200 mNm Dauerdrehmoment bis zum filigranen Mikroantrieb mit 1,9 mm Außendurchmesser umfasst das Standardportfolio über 25 Millionen Möglichkeiten, ein optimales Antriebssystem für eine Anwendung zusammenzustellen

Kompakte Antriebslösungen erlauben es, moderne Technik in kleine Geräte einzubauen, die wenig Platz benötigen und liefern dadurch beispielsweise die Grundlage für chirurgische Arbeitsgeräte, wie sie bei patientenschonenden, minimalinvasiven Eingriffen verwendet werden. Intrakorporale Pumpen, die während der Operation eine Herz-Lungenmaschine ersetzen, sind dank eines bürstenlosen DC-Motors mit 4 mm Durchmesser so klein, dass sie dem Patienten über die Leiste eingeführt werden können. Und für den Operateur sind leichte, bequeme Mikroskopbrillen mit automatischer Fokuseinstellung heute schon Standard. Laufruhige DC-Kleinstantriebe sind auch die treibende Kraft neuer Endodontie-Systeme, die in Zahnarztpraxen immer häufiger anzutreffen sind und selbst komplizierte Wurzelbehandlungen für den Patienten erträglich machen.

Durch ihre geringe Stromaufnahme eignen sich die kleinen Antriebe auch gut für mobile Einsatzfälle. So ermöglichen sie kompakte, vollautomatische Blutdruckmesser, die den Träger auch bei Langzeitanwendung nicht belasten oder Arzneimittelpumpen, die der Patient für eine individuelle Wirkstoffdosierung direkt am Körper trägt. Scanner zur Messung der Durchblutung an der Hand oder innovative Beatmungsgeräte für eine patientenschonende Beatmung sind ebenfalls typische Einsatzbereiche.

Neben der geringen Baugröße punkten die Antriebe durch präzise Ansteuerbarkeit, sehr gute EMV-Verträglichkeit und lange Lebensdauer bei wartungsfreiem Betrieb. Dank vielfältiger Bauformen lassen sich die Antriebe in unterschiedliche Geräte integrieren und kundenspezifische Anpassungen sind innerhalb kurzer Zeit realisierbar, was ihnen viele weitere Anwendungsmöglichkeiten erschließt. In der Prothetik etwa sorgen leistungsstarke Kleinstmotoren dafür, dass myoelektronische Handprothesen schnell oder fest zupacken können und die Greifkraft beim Halten konstant bleibt. Die vielseitigen Kleinstantriebe leisten damit in ganz unterschiedlichen Bereichen einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Medizintechnik.