Das kompakte Maxflow-Filtersystem benötigt eine Stellfläche von nur 2,5 m² und überzeugt durch

Das kompakte Maxflow-Filtersystem benötigt eine Stellfläche von nur 2,5 m² und überzeugt durch die besondere Sauberkeit des Prozesses. (Bild: GKD – Gebr. Kufferath AG)

Eine bessere Oberflächengüte der produzierten Teile und mehr Prozesssicherheit hat die Präzisionsschleiferei Heinrich Müller durch ein Kompaktfiltersystem von GKD Gebr. Kuffrath AG mit integrierter Brikettierung erreicht.

Düren (rm). Schon feinste Schleifpartikel im Kühlschmiermittel beeinträchtigen Präzision, Oberflächengüte sowie Standzeiten der einbaufertigen Präzisionsdrehteile und damit die Effizienz des gesamten Prozesses. Für Heinrich Müller hat deshalb die Reinheit des Schleifmediums hohe Priorität.

Der Hersteller ist Spezialist für hochkomplexe,einbaufertige Automatendrehteile bis 100 mm Durchmesser in Mittel- und Großserien. Auf Ein- und Sechsspindelautomaten – Kurven- oder CNC-gesteuert – entstehen Teile mit

vielfältigen Bearbeitungsschritten. Beim anschließenden Waschprozess in Spezialwaschmaschinen werden jeweils zwei volle Körbe mit Drehteilen 7 bis 8 min lang mit Kohlenwasserstoff gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Ein Teil der Produktion wird anschließend in der Centerless-Schleiferei auf Fertigmaße im μ-Bereich weiterbearbeitet.

Um die geforderten hohen Toleranzen einzuhalten, spielt auch die Beschaffenheit des Kühlschmieröls eine entscheidende Rolle. Denn der entstehende Schleifstaub und -abrieb wird mit dem Schleiföl ausgetragen. Die Schleifölfiltration erfolgte bisher per Zentrifuge, weil eine Lösung mit Papierbandfiltern nicht die Erwartungen erfüllte.

Nachdem Müller eine spitzenlos schleifende Maschine mit 600 mm Schleifscheibendurchmesser anschaffte, stiegen auch die Anforderungen an die Schleifölfiltration. Denn 1 200 l Schleiföl durchströmen nun permanent die drei vorhandenen Schleifautomaten, um Schleifscheiben und Werkstück gleichmäßig zu schmieren und frei von Spänen oder Schleifscheibenabrieb zu halten.

Bereits kleinste Verunreinigungen des Öls durch Schleifpartikel würden die Präzision des Schleifprozesses beeinträchtigen und die Werkzeuge gefährden. Ausschlaggebend für den Wunsch, den Filtrationsprozess zu optimieren, war letztlich die aufwändige Entsorgung des ausgetragenen Filterschlamms. Denn die risikoreiche Zwischenlagerung des Schlamms, der als Sondermüll gilt, war ebenso ein Schwachpunkt wie die ebenso schwierige wie teure Entsorgung, die man künftig vermeiden wollte.

Das Maxflow-Konzept von GKD, das Filtration und Brikettierung in einer Anlage vereint, kam in die engere Verfahrensauswahl. Laborproben von ungefiltertem und gefiltertem Öl zeigten deutlich bessere Ergebnisse, als die bisher in seiner Schleiferei eingesetzte Zentrifuge erbrachte. Zudem gefiel die Brikettierung des abriebhaltigen Reststoffs. Es bestand die Möglichkeit, die Briketts ohne Nachbehandlung zu entsorgen und gleichzeitig alle gesetzlichen Auflagen ohne Entsorgungskosten einzuhalten.

Die Vermeidung von Sondermüll war für Müller ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für die Filteranlage. Die Wahl fiel auf das Filtersystem Maxflow CS 1000-503 mit einem Filterkopf und Rundtanksystem aus Schmutz- und Saubertank mit 1 200 l Volumen. Gehäuse, Filterscheiben und Gewebe der Anlage bestehen komplett aus Edelstahl. Das Filterscheibenpaket ist im Filterkopf vertikal eingebaut.

Die statischen Scheiben sind mit prozessspezifisch ausgelegtem, mehrdimensionalem Mischgewebe Typ YMAX bespannt und werden im Querstrom von dem mit Filterspänen verschmutzten Öl umströmt. Die Filterleistung beträgt 200 l/min bei einer Filterfeinheit bis 5 μm. Im Saubertank ist ein Schmutztank integriert, dessen spitz zulaufender Abfluss Ablagerungen im Tankboden vermeidet. Der Filterkuchen wird per automatischer Rückspülung von den Scheiben gelöst, in der systemeigenen Presseinheit zum trockenen Brikett verpresst und ausgetragen.

Die Maxflow-Kompaktanlage hat im Betrieb laut Müller ihre Zuverlässigkeit nachgewiesen, ebenso die deutlich längeren Standzeiten der Medien und die hohe Prozesssicherheit. Die Ölqualität ist nun vielfach besser, der Prozess sauberer.

Durch die bessere Filterleistung werden höhere Oberflächengüten der Werkstücke erzielt. Außerdem verschlammen die Maschinen nicht mehr, wodurch sich die Hygiene für die Mitarbeiter verbessert.

Die bisher eingesetzte Zentrifuge arbeitete mit einem 2,5 mal 1,2 m großen Sammelbecken für Schmutzöl, das zweimal pro Jahr gereinigt werden musste. Heute sorgen Hebewerke an jeder Schleifmaschine für einen berührungslosen Transport des Schmutzöls in den Filter.

Als weiterer Pluspunkt erweist sich zudem die kompakte Bauweise des Maxflow-Systems. Denn es benötigt nur eine Stellfläche von 2,5 m² und findet dadurch hinter den drei Schleifmaschinen bequem Platz. Die jeweils rund 1 kg schweren trockenen Briketts fallen in einen Auffangeimer und werden mit dem Stahlschrott entsorgt.

Durch die positiven Erfahrungen laufen bereits die Planungen für die Anschaffung einer weiteren Maxflow Filteranlage für die Schneidölfiltration der Drehautomaten. Hier sind bis zu 2 000 l Schneidöl im Umlauf, die mit einem Höchstmaß an Partikelrückhalt kontinuierlich gefiltert werden müssen. Insbesondere mit Blick auf innengekühlte Bohrer mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern erwartet Müller vom Maxflow-System mehr Prozesssicherheit.

Denn bei diesen winzigen Öffnungen, durch die das Öl mit Hochdruck gepumpt wird, sind bereits kleinste Späne nachteilig. Werkzeugbruch oder gar Maschinenbrand wären die Folge.