Shanghai Tower

Seine Stabilität verdankt der Shanghai Tower einer ausgeklügelten Bauweise. - Bild: Unsplash

Nach fast sieben Jahren Bauzeit stand das zweithöchste Gebäude der Welt: Mit dem Shanghai Tower hat die wichtigste Industriemetropole Chinas neben dem Shanghai World Financial Center und Jim Mao Tower ein weiteres spektakuläres Wahrzeichen für ihre Stärke. Superlative, wohin man blickt: Eine Höhe von 632 Metern, 128 Stockwerke, eine Nutzfläche von 380.000 m² und 149 Fahrstühle, von denen drei mit 65 km/h als die schnellsten der Welt gelten. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, wie der Shanghai Tower angesichts der schwierigen Klimabedingungen stabil bleiben kann. Shanghai ist für seine Erdbeben und heftigen Stürme berüchtigt.

Das Innenleben des Shanghai Towers

Was zunächst wie eine Sinnestäuschung wirken mag, basiert auf sorgfältiger Planung und Kreativität: Der Shanghai Tower verdankt seine Optik einer spiralförmigen Bauweise. Grundlage dieser Entscheidung ist die detaillierte Auswertung von Windkanaltests, welche die Architekten in ihre Arbeit einfließen ließen. Daher konnte ein speziell angepasstes Design entwickelt werden, das zu einer Reduzierung der Windlast um 24 Prozent führt. Damit gehen zwei äußerst positive Effekte einher: Neben einer Kosteneinsparung von 58 Millionen Dollar gewährleistet die Bauweise, dass Regenwasser leicht aufgefangen werden kann.

Aber nicht nur die Fassade ist spektakulär: Auch im Inneren des Shanghai Tower ist beeindruckende Technik am Werk, um der Natur den Wind aus den Segeln zu nehmen. So wurde zwischen dem 125. und 126. Stock eine Masse mit dem Gewicht von 1000 Tonnen platziert, getragen von 12 Stahlseilen. Darunter sind Kupferplatten platziert, die wiederum mit Profilen aus dem MB Systembaukasten von item Industrietechnik an dem aus Stahlbeton bestehenden Boden angebracht sind. Durch die Unterstützung von großen Dauermagneten an der Schwungmasse kommt es zur Induktion von Wirbelströmen in die besagten Kupferplatten. Auf diese Weise wird ein gegenläufiges Magnetfeld erzeugt, um Stöße durch Wind und/oder Erbeben auszugleichen.

Aluminium gegen Stahl

Aus folgenden Gründen wäre mit Trägern aus Stahl eine vergleichbare Lösung nicht möglich gewesen:

● Stahl würde von den Magneten permanent angezogen

● Zusätzliche Hilfsmittel wie Kräne oder Hebebühnen wären notwendig gewesen

Aufgrund der Haltekraft der Aluminiumprofile bleiben die Kupferplatten von der magnetischen Anziehungskraft verschont. Diese fällt so groß aus, dass sie sogar ein 300 Tonnen schweres Flugzeug anheben könnte. Durch die Robustheit des Aluminiums ist jedoch ausgeschlossen, dass sich Kupferplatten und Magnete berühren – die Bremswirkung erfährt keine Beeinträchtigung.

Shanghai Tower als Härtetest

Ebenfalls entscheidende Bedeutung kommt dem geringen Gewicht der Aluminiumprofile zu. Es war kein einfacher Weg, den sie zurücklegten. Nachdem sie von einem Turmkran auf 600 Meter hochgezogen wurden, waren die Bauarbeiter an der Reihe, die sie sieben Stockwerke nach unten transportieren mussten. Die vor den Augen aller Welt dokumentierte Stabilität des Wolkenkratzers spricht für sich. Am Beispiel des Shanghai Towers zeigen sich die zahlreichen Vorzüge von Aluminiumprofilen.

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item Redaktion