Die Preise für Stahl werden für die Unternehmen nicht nur höher, sondern auch immer schwerer im

Die Preise für Stahl werden für die Unternehmen nicht nur höher, sondern auch immer schwerer im Voraus zu kalkulieren (Bild: Salzgitter).

HAMBURG (Dow Jones/ks)–”Der Minenkonzern BHP Billiton dringt auf Monatsverträge für Kokskohlelieferungen”, sagte der Salzgitter-Vorstandsvorsitzende Heinz Jörg Fuhrmann in einem Gespräch mit der “Financial Times Deutschland” (FTD/Freitagsausgabe).

Der australische Konzern wolle nur noch liefern, wenn die Kunden akzeptierten, dass nicht mehr quartalsweise, sondern monatlich neu verhandelt wird. Dieser Entwicklung könne sich die Stahlindustrie in Europa nicht entziehen. “Monatsverträge erschweren aber unsere Kalkulation und führen zu noch größerer Volatilität”, sagte Fuhrmann.

Für die Stahlhersteller tritt damit ein Szenario ein, das sie seit Monaten fürchten. Schon die Umstellung der Eisenerz-Jahresverträge auf Quartalslaufzeiten hatte der Branche im vergangenen Jahr große Probleme bereitet und den Druck auf die Margen erhöht. Denn viele Kunden, etwa aus der Autoindustrie, verlangen weiter Laufzeiten von einem Jahr oder mehr. Wenn die Rohstoffpreise aber von Monat zu Monat steigen, riskieren die Stahlhersteller, auf den höheren Kosten sitzen zu bleiben.

Wegen der aktuell stark steigenden Nachfrage nach Stahl sieht Fuhrmann immerhin recht gute Chancen, die steigenden Kosten an die Kunden weiterzugeben. Zum 1. April hatte Salzgitter die Preise für Flachstahl im Durchschnitt bereits um über 100 Euro je Tonne erhöht. “Ein kleiner Nachschlag wird auf jeden Fall zum nächsten Quartal erforderlich sein”, kündigte Fuhrmann weitere Preiserhöhungen an. Das gebe der Markt zurzeit auch her: Die Lager seien nicht zu voll, und die Stahlimporte aus Drittländern nach Europa hielten sich in Grenzen.

Die letzten beiden Wochen seit Vorlage der Bilanz hätten diese positive Tendenz bei Salzgitter bestätigt: “Mit unserer Gewinnprognose fühle ich mich aus heutiger Sicht noch wohler als vor 14 Tagen.” Im ersten Quartal sei das Geschäft zufriedenstellend verlaufen. Die Kapazitäten seien zu fast 90% ausgelastet. In diesem Jahr erwartet der Konzern mit zuletzt 8,3 Mrd Euro Umsatz einen Vorsteuergewinn von mehr als 100 Mio Euro.