Dieses Suspa-Verstellsystem mit einer Wälzlager-Entwicklung von Findling kommt im

Dieses Suspa-Verstellsystem mit einer Wälzlager-Entwicklung von Findling kommt im Heckspoilerantrieb des Porsche 911 zum Einsatz. (Bild: Findling Wälzlager GmbH)

Karlsruhe (rm). Das Fahrzeug ist mit einem modifizierten Verstellsystem für den elektrohydraulischen Spoilerantrieb ausgestattet. Der Zulieferer Suspa GmbH, Altendorf, setzt dabei auf eine Spezialentwicklung von Findling, bei der Gewichtsreduktion, Temperaturbeständigkeit und hohe Leistungsfähigkeit im Vordergrund standen.

Heckdeckel und -flügel des Opus 911 wurden für eine bessere Aerodynamik und mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten neu gestaltet. In diesem Zusammenhang hat Suspa, das zuverlässige Antriebssystem des Spaltflügels weiterentwickelt.

Dabei wurden gemäß der geforderten Rahmenbedingungen bei der konstruktiven Ausgestaltung des Antriebs mit einer elektrisch angetriebenen Zwei-Kolben-Verteilerpumpe neue Wege beschritten: Wenn der Flügel bei zirka 120 km/h ausfahren muss, springt der Motor sensorgesteuert an und betätigt die Pumpe. Öl wird aus dem Pumpenbereich über entsprechende Ölleitungen in den Ausstellerbereich verdrängt.

Dies aktiviert die beiden Aussteller, auf denen der Flügel beziehungsweise das Spoilerblatt montiert ist. Sie fahren aus und heben es an. Wegen der modifizierten aerodynamischen Gegebenheiten am Fahrzeug konnte der Hub bei voller Funktionalität auf dem Design zuträgliche 35 mm verringert werden.

Spezielle Anforderungen galten nicht nur im Hinblick auf die Umgebungstemperatur, die durch den Heckmotor im Vergleich zu anderen Anwendungen im Kofferraumbereich deutlich höher ist. Daneben muss die Leistung des Antriebsmoduls den Krafteinwirkungen bei Höchstgeschwindigkeit standhalten. Darüber hinaus war Leichtbau ein wichtiger Punkt, den es zu berücksichtigen galt.

Kompakt bauend, möglichst geringes Gewicht, leichtgängig, wartungsarm, aber dennoch zuverlässig – mit diesen Ansprüchen trat Suspa an den Wälzlager-Spezialisten Findling heran. Von ihm sollte die Lagerung als Zwischenglied zwischen dem Motor und der Spindel kommen.

Mit einer speziell auf diesen Anwendungsfall zugeschnittenen Lösung konnten die Karlsruher zur Gesamtverbesserung des Verstellsystems beitragen. Wegen des sehr engen Bauraums wurde der Antrieb und damit das Axiallager horizontal verbaut. Dies stellte Findling vor die Herausforderung, einen speziellen Käfig zu entwickeln.

Eine Lösung mit Standard-Stahlkäfig wurde verworfen. Denn der Einsatz eines Kunststoffkäfigs ermöglicht eine Fixierung und symmetrische Zentrierung der Kugeln. Ein Kippen wird dadurch vollständig verhindert. Die Anforderungen an Belastung und Temperatur konnten mit Standardkomponenten realisiert und die technischen Anforderungen alle erfüllt werden.

Das bestätigen Dauertests mit Lastwechseln bei Temperaturschwankungen zwischen -20 und  85 °C. Diese Tests zur Prüfung der Lagereignung wurden in speziellen Simulationskammern im Rahmen der Produktentwicklung durchgeführt. Die Lastwechsel simulieren dabei das Ausfahren des Spoilers mit Last und die Windlast darauf im ausgefahrenen Zustand.

Die Speziallösung überzeugt neben technischer Eignung auch durch Wirtschaftlichkeit. Letztendlich konnte Findling mit Hilfe seiner ABEG-Methode ein rundum zuverlässiges Lager entwickeln, das deutlich unter den ursprünglich veranschlagten Kosten lag. Das ABEG-Spektrum umfasst über 22 000 verschiedene Lagertypen, darunter Kugel-, Rollen- und Nadellager, aber auch Gehäuse- oder Gelenklager sowie Kurven- und Stützrollen.