Neben einer höheren Lagerkapazität bei weniger Stellplatzbedarf lässt das automatische Blechlager

Neben einer höheren Lagerkapazität bei weniger Stellplatzbedarf lässt das automatische Blechlager bei Holl nun auch eine erleichterte Einlagerung zu. (Bild: Friedrich Remmert GmbH)

Löhne (rm). Von der Planung bis zur Inbetriebnahme entstand eine Anlage, die wegen des geringen Überfahrmaßes des Regalbediengeräts besonders kompakt gebaut werden konnte. Holl profitiert nun von einer um 70 % verkleinerten Lagerfläche und einem nahezu verdoppelten Warendurchsatz.

Holl mit Sitz im sächsischen Markkleeberg produziert Schornsteinsysteme, Abgas- und Lüftungsanlagen, außerdem Zulieferteile für Maschinen- und Apparatebau sowie die Medizin- und Werbetechnik. Man bevorratet und verarbeitet Bleche aus Stahl, Edelstahl und Aluminium in Stärken von 0,5 bis 25 mm. In der Vergangenheit wurden die Werkstoffe in Kragarmregalen oder in Stapeln in der Produktionshalle und auf dem Werksgelände gelagert. Die Mitarbeiter führten die Bestandslisten manuell.

Oftmals musste Material gesucht oder umlagert werden, bevor es weiterverarbeitet werden konnte. Die Bevorratung einiger Platinenstapel unter freiem Himmel führte außerdem dazu, dass Bleche trotz schützender Planen hin und wieder rosteten. Das neue Regalsystem schafft nun Abhilfe und stellt ausreichend Platz bereit, um auch kundeneigene Werkstoffe einlagern zu können. Insgesamt konnte die Lagergrundfläche bei erhöhtem Lagervolumen um 70 % verkleinert werden.

Bei der Planung des Lagersystems wurde um jeden Zentimeter gefeilscht. Denn Holl wollte die Anlage an eine bestehende Halle anbauen und in eine neue Werkhalle integrieren. Da das Werksgelände des sächsischen Unternehmens in einem Mischgebiet liegt, war der Ausbau der Lager- und Produktionshalle an strikte gesetzliche Auflagen bei Abständen und Höhen gebunden.

Die neue Halle, die direkt neben die bestehende gebaut und mittels Durchbruch mit ihr verbunden wurde, misst an diesem Übergang nur 27 m in der Breite. Infolgedessen unterlag das neue Lager, das längs am Durchbruch zur alten Halle platziert werden sollte, ebenfalls strengen räumlichen Restriktionen. Da zudem noch Platz für einen Staplerdurchgang reserviert werden musste, standen für die Anlagenlänge maximal 23 m zur Verfügung. Eine weitere Projektanforderung lag darin, das Lagersystem mechanisch und softwaretechnisch an zwei Lasermaschinen anzubinden und eine kontinuierliche Bestandskontrolle zu ermöglichen.

Überzeugt hat Remmert die Sachsen schließlich mit der kompakten Bauweise des angebotenen Blechlagers, denn dort konnten 500 Palettenplätze auf weniger als 23 m Lagerlänge untergebracht werden. Und das, ohne große Umbaumaßnahmen an der alten Halle durchführen zu müssen. Wegen des geringen Überfahrmaßes des Regalbediengerätes (RBG) ist das Blechlager lediglich 22,5 m lang. Damit lag es rund 3 m unter der durchschnittlichen Systemlänge aller anderen Anbieter.

Sie machten auch Vorschläge für Lagerlösungen, die ohne Überfahrmaß auskommen, allerdings gingen diese zulasten der Lagerkapazitäten. Ein weiterer Vorteil des integrierten Remmert-Blechlagers: Die flexible und raumoptimierte Bauweise erlaubte den Erhalt aller tragenden Stützen der bestehenden Produktionshalle. So konnte das Lager in der neuen Halle errichtet und durch einen Wanddurchbruch mit den zwei im alten Hallenteil befindlichen Lasermaschinen verbunden werden.

Das vollautomatische Blechlager besteht aus zwei parallelen Regalreihen, in deren Mitte ein RBG fährt. Entsprechend Philosophie aller Remmert-Lagersysteme hat die Anlage mit knapp 500 Lagerplätzen auf 22,5 m Länge, 6 m Breite und 9 m Höhe einen hohen Raumnutzungsgrad. Die Nutzlast pro Ladungsträger beträgt 3 t, die Fahrgeschwindigkeit des RBG liegt bei 100 m/min.

Das Lager ist mechanisch mit Vakuum-Sauggreifern an die Produktion angebunden, während das Warehouse-Management-System Pro WMS Professional dafür sorgt, dass die zwei angeschlossenen Laserschneidanlagen ständig mit Werkstoffen versorgt werden. Zudem besteht ein ständiger Überblick über die Lagerbestände. Alle ein- und ausgehenden Materialien werden durch das System automatisch verwogen, eine genaue Bestandsabfrage ist somit zu jedem Zeitpunkt möglich.

Um die Holl-Mitarbeiter in die neuen Prozesse einzuweisen und sie gleichzeitig für die integrierte Technik zu gewinnen, führte Remmert ausführliche Schulungen durch. Insbesondere wurde den Mitarbeitern vermittelt, wie das neue System ihre Arbeit erleichtert. Dazu trägt bei, dass das Warehouse-Management-System an das typische Windows-Look-and-Feel angelehnt ist, was eine intuitive Bedienung erleichtert.

Wegen der nun optimierten Lager- und Produktionsprozesse kann Holl nun rund 55 t Stahl, 15 t Edelstahl und 1,5 t Aluminium pro Monat verarbeiten. Vor der Lagerintegration lag der Wert der Materialmengen noch etwa 40 % darunter. Diese Steigerung ist zum großen Teil auf die verbesserte Auftragslage zurückzuführen, jedoch wäre ohne das neue Lager nicht möglich gewesen, Aufträge in dieser großen Zahl anzunehmen, so Holl. Für künftige Expansionen kann das Blechlager bei Bedarf in Richtung des unbebauten Werkshofs erweitert werden.