Dieses Blechlager lässt trotz einer Hallenhöhe von nur 3,80 m die automatisierte, raumoptimierte

Dieses Blechlager lässt trotz einer Hallenhöhe von nur 3,80 m die automatisierte, raumoptimierte Lagerung von rund 60 verschiedenen Blechsorten zu. (Bild: Friedrich Remmert GmbH)

Löhne (rm). Nur 3,80 m niedrig ist eine der Lager- und Produktionshallen bei Hettich und damit viel zu niedrig für ein Standard-Regalbediengerät. Damit die Blechlagerung dennoch in dieser Halle automatisiert werden konnte, waren viel Flexibilität des Lagertechnikherstellers und ein schlüssiges Gesamtkonzept gefragt. Ergebnis ist, dass Hettich nach eigenen Angaben nun über 70 % Zeit bei der Materialzuführung einspart.

Vor der Integration des automatischen Blechlagers arbeitete Hettich mit einem selbstgebauten manuellen Lager, aus dem mittels Stapler die benötigten Bleche entnommen wurden. Diese Arbeitsweise war zeitaufwändig, da das benötigte Blech oftmals im unteren Teil des Stapels lag und zur Auslagerung längere Rangierfahrten notwendig waren.

Als die Anschaffung einer neuen Laserschneidanlage anstand, überlegten die Verantwortlichen bei Hettich deshalb, wie zusammen mit dieser Investition die Prozesse im Bereich der Blechbearbeitung effizienter gestaltet werden könnten. Eine spürbare Rationalisierung der Abteilung war danach nur durch die Automatisierung des Blechlagers möglich. Früher dauerte es oft 20 bis 30 min, bis das gewünschte Blech an der Maschine war, jetzt benötigt Hettich dafür nur noch 1 bis 2 min.

Das Material wird heute in 180 Kassetten mit je 3 t Nutzlast bevorratet. An das Lager sind ein Laserschneider von Bystronic und eine Amada-Maschine angebunden. Eine Tafelschere wird über eine zusätzliche Auslagerstation manuell mit Blechen aus dem Automatiklager versorgt. Die Logistik-Software Pro WMS Enterprise von Remmert koordiniert alle Lager- und Bearbeitungsprozesse und bewirkt eine weitgehende Auslastung der CNC-Maschinen und ein effektives Zusammenspiel aller Arbeits- und Prozessschritte.

Die Gesamtlösung von Remmert beinhaltet zudem das Raumkonzept und die Anbindung der vorhandenen Bearbeitungsmaschinen. Ebenfalls wichtig für Hettich war, dass die Blechbearbeitungsexperten umfangreiche Erfahrung mit dem Schachtelprogramm ActCut von Alma haben und das System einfach über eine bestehende Standardschnittstelle an die Logistik-Software anschließen konnten.

Im 150 m² großen und nur 3,80 m hohen Lager werden 60 verschiedene Blechsorten in unterschiedlichen Qualitäten und Abmessungen bevorratet. Im Vergleich zur vorhergehenden Lagerung in manuell bedienten Regalen spart Hettich rund 60 % der benötigten Lagergrundfläche. Neben den klein- bis großformatigen Blechen werden in dem Blechlager auch Zuschnitte in Stärken bis 20 mm zwischengelagert.

Das Regalbediengerät ist auf eine Leistung von bis zu 30 Doppelspielen/h ausgelegt. Es kann so den direkt angebundenen Bystronic- Laserschneider und die Amada-Maschine sowie die zusätzliche Auslagerstation mit Blechen versorgen, ohne dass es zu Wartezeiten kommt. Dreimal pro Woche wird außerdem neues Material angeliefert und parallel zur laufenden Produktion in das Remmert-System eingelagert.

Laser und Stanzmaschine fordern nach Bedarf Rohmaterial für die anstehenden Produktionsprozesse an. Der Laser wird direkt aus dem Lager beschickt, die Bestückung der Stanzmaschine wird mittels einer Handhabungsvorrichtung von Amada umgesetzt.

Laut Hettich erreicht die Gesamtanlage eine Redundanz von 90 %: Die Lasermaschine kann im Störungsfall dieselben Teile herstellen wie die Stanzmaschine. Durch die Integration des Remmert-Lagers und die direkte Anbindung der Bearbeitungsmaschinen sei die Materialzufuhr rund 70 % schneller geworden.

Umgesetzt wurden die Integration des Lagers und die Anbindung der Blechbearbeitungsmaschinen innerhalb weniger Wochen. Nur während der Umstrukturierung der gesamten Abteilung, die lediglich eine Woche dauerte, mussten die Maschinen stillstehen.