Exakt auf die besonderen Lagerbedingungen von SZST zugeschnitten ist dieses Brückenlager mit 183

Exakt auf die besonderen Lagerbedingungen von SZST zugeschnitten ist dieses Brückenlager mit 183 Kassetten und einer Traglast bis 915 t. (Bild: Friedrich Remmert GmbH)

Löhne (rm). In 183 Kassetten werden dabei insgesamt 915 t Material auf einer Fläche von 250 m² untergebracht. Neben einer Reduzierung der Lagerfläche erzielt SZST einen erhöhten Warenaustausch, eine gesteigerte Transparenz und eine Verbesserung der Arbeitssicherheit.

Im Bereich Technik ist die Hauptwerkstatt innerhalb des Salzgitter-Konzerns zentraler Ansprechpartner und Komplettdienstleister für Reparaturen, Instandhaltungen und Neubauaufträge. Weiteren Arbeitsgebiete sind die  mechanische und schweißtechnische Präzisionsbearbeitung von Großbauteilen bis 100 t sowie aller Komponenten, Aggregate und Bauteile der Gruppe.

Bislang bevorratete SZST die schweren Komponenten per Bodenlagerung auf einer insgesamt rund 1 500 m² großen Fläche, verteilt auf dem gesamten Firmengelände und in externen Lagern. Wurde ein bestimmtes Material benötigt, mussten die Mitarbeiter oftmals weite Wege zurücklegen. Auch die Einhaltung der Arbeitssicherheit sowohl bei der Lagerung als auch beim Transport der schweren Komponenten war aufwändig.

Zudem besaß die Werkstatt weder eine zentrale Materialdisposition noch einen zentralen Wareneingang. Durch die vielen verschiedenen Wareneingänge war die Warenannahme sehr unübersichtlich. Viele Materialien wurden nicht gekennzeichnet und es bestand wenig Transparenz über die Lagerbestände.

Um die Situation grundlegend zu verbessern, entschied sich SZST für die Integration eines zentralen Lagersystems. Die wichtigste Anforderung an das neue Lager war, eine Zentralisierung der gesamten Logistik- und Materialwirtschaft des Unternehmens zu erreichen. Dagegen stand nicht so sehr die Automatisierung oder die Platzeinsparung im Lagerbereich im Vordergrund. Wichtiger war ein leistungsstarkes Kommissionier- und Montagelager, um schnell und flexibel auf Störungsaufträge reagieren zu können.

So sollte es mehr ein Puffer- als ein Bestandslager sein, bei dem durch eine permanente Inventur jederzeit das richtige Material in der benötigten Menge vorhanden ist. Eine zusätzliche Anforderung bestand darin, die unterschiedlichen, meist schweren und großen Ersatzteile platzsparend und einwandfrei gekennzeichnet an einem Ort zu lagern und damit die Transparenz zu steigern.  Wegen des Gewichts der Komponenten war auch die Arbeitssicherheit ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des Lagersystems. Durch den Einsatz eines Regalbediengerätes sollte ein sicherer und zugleich schneller Transport des Materials möglich werden.

Interessant war für SZST zunächst ein Schwerlastpaletten-System. Allerdings hätte man damit die Hallenhöhe nicht voll ausnutzen können und dadurch eine größere Lagergrundfläche benötigt.

Schließlich entschied man sich für eine maßgeschneiderte Langgutlager-Lösung von Remmert. Die „Brücke“ mit ihren 183 unterteilbaren Kassetten auf einer Fläche von insgesamt 250 m² bietet Platz für bis zu 915 t Material. Diese große Lagerkapazität erreicht das System zum einen durch die kompakte Bauweise des Brückenmodells, zum anderen durch die Anlagenhöhe von knapp 17 m. Eine Herausforderung beim Bau des Lagers waren das Fundament und die Statik auf dem sandigen Hüttengelände. Deshalb entschied sich SZST dafür, eine neue Bodenplatte mit 1 m  Dicke einzuziehen und so die benötigte Stabilität zu schaffen.

Um die unterschiedlichen Lagergüter mit einem Durchmesser bis 325 mm und einer Länge von maximal 6 m zu lagern, wurden die Kassetten speziell an die Anforderungen von SZST angepasst. In ihnen kann der Dienstleister nun bis zu 700 kg Material pro 1 m Länge lagern.

Da das Lager einen hohen Durchsatz erzielen sollte, wurde es mit einem Hochleistungs-Regalbediengerät ausgestattet, das 5 t schwere Ladeträger mit einer Hubgeschwindigkeit von 60 m/min befördert. Mit maximal 2,5 min. pro vollständigem Ein- und Auslagerungsprozess lässt das System 24 Doppelspiele/h zu. Zur Ein- und Auslagerung ist die „Brücke“ an der Vorderseite mit einer Einfachlängsstation ausgestattet. Auch eine Erweiterung des Lagers bereits vorgesehen, denn das Fundament ist schon gelegt und in einer weiteren Ausbaustufe werden zukünftig Bearbeitungsmaschinen angeschlossen werden.

Nach der Anlieferung der Lagergüter im Wareneingang des Hallenbaus werden die bereitgestellten Kassetten mit Hilfe eines Deckenkrans oder eines Staplers bestückt. Ist die Kassette in das Lagersystem eingefahren, übernimmt das Regalbediengerät und transportiert die Ladeträger zum Lagerplatz. Um die Fahrwege des Regalbediengerätes zu optimieren und damit eine schnelle Ein- und Auslagerung zu erzielen, entschied sich SZST im gesamten Lager und in den einzelnen Kassetten für eine chaotische Lagerhaltung.

Die Lagerverwaltung übernimmt das Remmert-Lagerverwaltungssystem PRO WMS Enterprise. Laut dem Lagerspezialisten sind damit permanent aktuelle Bestände, eine schnelle Warenbereitstellung und verkürzte Durchlaufzeiten erzielbar. Das System ist mit einer Standardschnittstelle an das SAP-System von SZST angeschlossen. Wird ein Auftrag generiert, entnimmt das Regalbediengerät die entsprechende Kassette mit den gewünschten Artikeln und transportiert sie zur Warenausgangsstation.

Durch die Integration des Brückenlagers wurde die gesamte Logistik- und Materialwirtschaft an einem Ort zentralisiert und die notwendige Transparenz über die vorhandenen Lagerbestände geschaffen. Zudem konnte laut SZST die Lagerfläche um rund 83 % reduziert werden. Das Regalbediengerät steigert sowohl den Warendurchsatz als auch die Flexibilität im Lager deutlich, so SZST.