Vor allem Importprodukte von Neueinsteigern am Markt für Flurförderfahrzeuge sind laut Angaben des

Vor allem Importprodukte von Neueinsteigern am Markt für Flurförderfahrzeuge sind laut Angaben des VDMA bei einer Überprüfung auf der diesjährigen CeMAT negativ aufgefallen (Bild: Deutsche Messe AG).

HANNOVER (hi). Der VDMA hat auf der Cemat, Weltleitmesse für Intralogistik, eine “besorgniserregende” Anzahl an unsicheren Produkten festgestellt. Die Ergebnisse einer vom VDMA Fachverband Fördertechnik und Logistiksysteme durchgeführten Überprüfung wurden dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover zur weiteren Verfolgung zugeleitet. An den folgenden Messetagen waren die Beamten dann als Vollzugsbehörde der Marktüberwachung auf dem Messegelände unterwegs und bestätigten die vom VDMA gefundenen Verstöße. Dabei verhinderte die schiere Vielzahl der nicht konformen Produkte eine vollständige Sichtung bzw. ein flächendeckendes Vorgehen durch die Marktüberwachung. Einige der betroffenen Hersteller wurden mit den Verstößen an Ihren Produkten konfrontiert und haben teilweise nun die Bringschuld für weitergehende Information um Sanktionen  abzuwenden, heißt es.

An einigen Exponaten mussten direkt verplombte Schilder angebracht werden, die auf die Nicht-Konformität der Produkte hinwiesen und potentielle Käufer somit wenigstens vor einem illegalen Betrieb solcher Produkte in Europa schützen sollen. Das Gewerbeaufsichtsamt hat zugesichert, alle eingereichten Hinweise auch im Nachgang zur Messe zu bearbeiten.

Sascha Schmel von der Fachabteilung Flurförderzeuge im VDMA äußerte sich trotz der erfolgreichen Aktion besorgt: „Sowohl Qualität als auch Quantität der Verstöße sind besorgniserregend. Nicht überrascht hat uns indes die Tatsache, dass zumindest nach unserer Erkenntnis die überwältigende Mehrzahl der Verstöße an Importprodukten von Herstellern, die erst kurz im europäischen Markt aktiv sind oder dies vor haben, gefunden wurden. Da auch den nicht-europäischen Herstellern alle Richtlinien und Normen zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen zur Verfügung stehen, lassen die Verstöße nur den kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg bzw. den Markteintritt unter billigender Inkaufnahme von Verstößen gegen die geltenden Vorschriften und Normen als Motiv in Frage kommen. Dass es auch anders geht, zeigen schließlich die etablierten Hersteller, die ebenfalls vollständig oder teilweise aufaußereuropäische Entwicklung und Fertigung zurück greifen.“

Das Fazit des Geschäftsführers des Fachverbands Fördertechnik und Logistiksysteme, Peter Günther, ist gespalten: „Einerseits darf man den Erfolg, überhaupt Marktüberwachung auf der Messe gehabt zu haben, nicht kleinreden. Die beteiligte Behörde hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten sicherlich einiges erreicht. Gemessen am Anspruch des Gesetzgebers und vor allem auch an der Zahl der offensichtlichen Verstöße hätte man allerdings einen vielfachen personellen Einsatz erwarten müssen. An dieser Stelle muss auch betont werden, dass die Aktion überhaupt nur auf Initiative des VDMA durchgeführt wurde und sich auf den Bereich Flurförderzeuge beschränkte.”