BERLIN (hi).  Die Firmen bewerteten die Logistikleistungen im weltweiten Handel und setzten Deutschland 2010 auf den Spitzenplatz, hieß es auf dem 27. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. Die deutschen Logistikunternehmen verwiesen damit den bisherigen Champion Singapur auf den zweiten Rang. Platz drei nimmt Schweden ein. Im Jahr 2007 lag Deutschland noch auf Position drei.

Die Top Ten der Logistik-Nationen wird klar von Europa dominiert. Neben Singapur taucht lediglich Japan als zweites asiatisches Land auf Rang sieben auf. Platz vier nehmen die Niederlande ein, gefolgt von Luxemburg, das 2010 den Sprung von Rang 23 auf Platz fünf schaffte. Die Schweiz (6), Großbritannien (8), Belgien (9) und Norwegen auf Platz zehn komplettieren die Top Ten.

Die deutsche Logistik-Branche befindet sich nach dem Krisenjahr 2009 mit einem Umsatzrückgang auf 200 Mrd Euro wieder im Aufwind. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) erwartet für 2010 ein Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent. „2011 läge die Logistik damit wieder – und das schneller als noch vor kurzem erwartet – im Bereich des Rekordniveaus des Jahres 2008“, sagte BVL-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner. 2010 liegt der prognostizierte Umsatz bei rund 210 Mrd Euro. Unter weiter positiven Rahmenbedingungen könnte der Umsatz in 2011 dann auf rund 220 Mrd Euro klettern.

Trotz der positiven Grundstimmung gebe es aber auch Risiken. Klinkner nannte als Beispiel den „nicht anspringenden Weltkonjunkturmotor USA und die Risiken hoch verschuldeter Volkswirtschaften. Experten warnten auch vor einer möglichen Überhitzung der Märkte in China und Brasilien. „Einem aktuell tobenden Währungskrieg könnte ein Handelskrieg mit unabsehbaren Folgen für Deutschland als exportorientiertem Land folgen“, warnte Klinkner. Der BVL-Vorstandsvorsitzende forderte ein „intelligentes Wachstum, das fähig ist, den Aufschwung mitzugestalten und trotzdem bereit ist, kommenden Turbulenzen zu trotzen.“