Diese Stapler sind mit Doppelgabel für die Aufnahme von zwei Paletten gleichzeitig ausgestattet.

Diese Stapler sind mit Doppelgabel für die Aufnahme von zwei Paletten gleichzeitig ausgestattet. Trotzdem bleibt die gute Rundumsicht erhalten. (Bild: Reinhard Irrgang/Still GmbH)

Reinhard Irrgang

Hamburg (rm). Effizient be- und entladen die Stapler die Distributions-Lkw und sind in alle Warenein- und -ausgangsprozesse eingebunden. Zudem übernehmen sie vielfältige Umlagerungs- und Kommissionieraufgaben. Gerade bei diesem umfangreichen Einsatzspektrum stellen die Dieselstapler höhere Leistungsreserven als die vorher eingesetzten Treibgasstapler bereit. Zudem sind sie günstiger im Unterhalt.

Die derzeit mehr als 2 000 unterschiedlichen Getränkesorten im Sortiment werden in einer freitragenden Halle mit 3 000 m² Grundfläche vorgehalten und kommissioniert. Ein Freigelände dient als Be- und Entladeareal für die Distributions-Lkw. Pro Tag werden 800 bis 1 000 Getränke-Paletten ausgeliefert.

Lebiger war mit den Vorgänger-Flurförderzeugen wegen der häufigen Reparaturanfälligkeit und des schlechten Service unzufrieden. Sie standen oft in der Werkstatt und man musste nicht selten auf Ersatzteile warten, weil diese nicht rechtzeitig zur Verfügung standen. Da es für Lebiger besonders wichtig ist, dass die Stapler permanent laufen und stets einsatzbereit sind, wurden Still-Stapler als Ersatz getestet und schließlich ausgewählt.

Man entschied sich für einen Austausch des kompletten Stapler-Fuhrparks. Er besteht nun aus fünf Dieselstaplern der Reihe RX 70  mit je 3 t Nutzlast sowie einem RX 70 mit 1,6 t. Zudem orderte der Getränkegroßhändler elf mit Lastschutzgitter ausgestattete Geh-Niederhubwagen EXU mit 1,6 t Nutzlast, die auch auf den Lkw als Mitnehmstapler eingesetzt werden, sowie zwei Hochhubwagen EGV 16.

Die Geräte sind auf 60 Monate geleast, inklusive Full-Service-Vertrag. Auf diese Weise sind die Stapler-Kosten wirtschaftlich kalkulierbar und die Geräte können nach fünf Jahren Einsatz gegen die dann aktuellen Modelle eingetauscht werden.

Die Stapler RX 70 haben eine beheizbare Fahrerhauskabine mit guter Rundumsicht. Die Fahrer agieren von höhen- und gewichtsverstellbaren Sitzen einschließlich Sitzheizung und verstellbaren Kopfstützen. Denn ausgeliefert wird das ganze Jahr, auch bei Eis und Schnee.

Die niedrige Trittstufe erleichtert den Fahrern die Arbeit, denn sie steigen vielfach auf und ab, etwa um Kundenpaletten versandfertig zusammenzustellen. Daher wurden bewusst keine spezifisch für die Getränkeindustrie konzipierten Stapler mit hohem Fahrerplatz gewählt, sondern die Standard-Geräte der RX 70 Reihe. Nur eben mit anwendungsfreundlicher Komplettausstattung für die Mitarbeiter, die die Wendigkeit, Handlichkeit und Zuverlässigkeit der Geräte schätzen.

Da die Staplerfahrer an die Steuerung per Hebel gewohnt waren und diese sich im täglichen Einsatz bewährt hatte, sind die fünf großen Stapler RX 70 mit einer Vier-Hebel-Bedienung ausgestattet. Optische und akustische Signale bei Rückwärtsfahrten erhöhen zusätzlich die Sicherheit bei allen Transport- und Umschlagsarbeiten in der Halle wie auf dem Freigelände. Denn die Fahrer rangieren gerade im zeitkritischen Verladebetrieb häufig und schnell auf engem Raum.

Die Stapler-Dieselmotoren geben wegen der Reinigung durch Filter keine Schmutzpartikel mehr ab. Für den Einsatz der Diesel-Stapler sprach auch der gute Luftaustausch in der Getränkelagerhalle, deren Tore bei dem regen Umschlagbetrieb meist geöffnet sind.

Ein gewichtiges Argument für Dieselgeräte sind der geringe Treibstoffverbrauch und die damit gegenüber Treibgasstaplern deutlich niedrigeren Betriebskosten. Die Stapler fahren bei Lebiger zwei bis drei Tage mit einer Tankfüllung und sie können zudem rasch und zeitsparend aus der betriebseigenen Dieselzapfsäule betankt werden. 

Neben dem bei Treibgasstaplern erforderlichen und stets Arbeits- und Einsatzzeit kostenden Flaschenwechsel erspart der Dieselstapler-Betrieb Arbeits- und Lagerflächen, da keine Treibgasflaschen  vorgehalten werden müssen.

Weitere zusätzliche Einsparungen ergeben sich durch eine Neuheit: Wenn die Stapler nicht im Fahreinsatz sind, was bei Kommissionier-Einsätzen der Fahrer in der Getränkelagerhalle vorkommt, stellen sich die Motoren 2 min nach Verlassen des Staplers automatisch ab.

Desweiteren schätzt Lebiger die Kraft der Dieselstapler. Mit den bis zu 21 km/ h schnellen Fahrzeugen stimmt die Umschlagleistung in der Halle und im Außengelände. Der Treibgasantrieb der vormals eingesetzten Stapler hatte für das umfassende  Anforderungsprofil dagegen zu wenig Kraftreserven. Zumal die Flurförderzeuge permanent bis zu 10 h pro Tag in die Arbeitsprozesse integriert sind. Sie entladen und transportieren Leergut, kommissionieren die Paletten in der Halle und beladen die Lkw mit Vollgut-Paletten.

Verstellbare Doppelpalettenklammern nehmen die mit Getränkekästen beladenen Paletten schnell und sicher auf. Das Hubgerüst schafft auch im beladenen und ausgefahrenen Zustand eine gute Sicht auf die Ladung. Mit der Hubhöhe von mehr als 7 m kann in der die Halle bis direkt unters Dach gestapelt werden.

Zukünftig will Lebiger ein neues Chargen-Rückverfolgungssystem einsetzen, bei dem sowohl die angelieferte Ware als auch die auslieferfertigen Paletten im Warenausgang von den Staplerfahrern gescannt werden.