HAMBURG (Dow Jones/rm). Unter dem Strich brach der Gewinn des an der Börse gelisteten Kerngeschäfts Hafenlogistik im Auftaktquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp die Hälfte auf 9,6 Mio EUR ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Damit erholte sich der Hamburger Hafenbetreiber langsamer als von Analysten erwartet.

Nachdem der weltweite Güterhandel zu Jahresbeginn noch nicht zu den Vorkrisenvolumen zurückgekehrt war, die Hamburger aber auch nicht mehr von den Erlösen für geparkte Container profitieren konnten, schrumpfte der Umsatz der Hanseaten im ersten Quartal um 7% auf 231 Mio EUR.

Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Einnahmenrückgang von 6% gerechnet.

Operativ verdiente der Hafenlogistiker von Januar bis März 31,9 Mio EUR und damit ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der im MDAX notierte Teilkonzern steuerte 97% zum Konzernumsatz und rund 90% zum operativen Ergebnis bei.

Nach einem Rückgang des weltweiten Containergeschäfts um ein Zehntel im vergangenen Jahr stieg das Volumen im ersten Jahresviertel 2010 um gut ein Fünftel. Doch während andere Häfen – etwa wie Sankt Petersburg – davon mit einem Plus von 40% profitieren konnten, schlugen die Hamburger mit ihren Häfen in der Hansestadt und Odessa nur 0,5% mehr um.

Allerdings waren die Monate Januar und Februar im Vorjahr bei den Hanseaten noch sehr stark. Durch die Verzögerung der Elbvertiefung gebe es zudem Probleme beim Auslaufen der zunehmenden Zahl von Containerschiffen. Im Sommer will HHLA einen neuen Liegeplatz für Großschiffe am Burchardkai in Betrieb nehmen.

Dabei entwickelte sich das Containeraufkommen je nach Fahrtgebiet recht unterschiedlich: Während das für den Hamburger Hafen wichtigste Asiengeschäft praktisch auf Vorjahresniveau stagnierte, legte der Warenaustausch mit Amerika um gut ein Zehntel und der mit Afrika gar um zwei Drittel zu.

Innerhalb Europas – das zweitwichtigste Austauschgebiet der Hamburger – sank das Volumen um knapp 8%, vor allem wegen der anhaltenden Wirtschaftsschwäche in Osteuropa. Zudem steuern die Zubringerschiffe (Feeder) aufgrund geringer Charterkosten weiter häufig konkurrierende Häfen in der Ostsee an. Zum Ende des Quartals zeichnete sich jedoch eine weitere Erholung ab, erklärte der Konzern in seinem Quartalsbericht.

Für den restlichen Jahresverlauf blieben die Hamburger trotz erster Lichtblicke zurückhaltend: Im Gesamtkonzern, also einschließlich des Immobiliengeschäfts, erwartet der Vorstandsvorsitzende, Klaus-Dieter Peters, Einnahmen “in der Reichweite von einer Milliarde Euro”.

Im Krisenjahr 2009 war der Umsatz um gut ein Viertel auf 991 Mio EUR eingebrochen. Der nun erwartete Anstieg des Containervolumens im oberen einstelligen Prozentbereich dürfte sich damit wegen des Preisdrucks nicht in gleichem Maße in den Einnahmen widerspiegeln.

Vor Zinsen und Steuern sowie unter dem Strich werden die Ergebnisse trotz Kosteneinsparungen, Kurzarbeit und verzögerter Investitionen schwächer ausfallen als im Vorjahr. Der Logistikkonzern will jedoch weiter schwarze Zahlen schreiben. Die Rendite (EBIT-Marge) soll bei rund 15% liegen. Im Vorjahr waren es 18%, im ersten Quartal 14%.

An der Börse sorgten die optimistischeren Aussichten für HHLA für Kauflaune. Am Vormittag stieg der Aktienkurs um bis zu 4,7% und notierte gegen 11.00 bei 27,84 EUR 3,7% im Plus.