Hamburger Hafen legt weiter zu 1

HAMBURG (Dow Jones/rm). Mit Verweis auf die anhaltende Erholung der Umschlags- und Transportmengen rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz von über 1 Mrd EUR und einem EBIT von rund 180 Mio EUR.

Mit Blick auf den Verlauf des Jahres 2010 hatte das im MDAX gelistete Unternehmen bisher nur einen Umsatz von rund einer 1 Mrd EUR und eine EBIT-Marge von über 15% in Aussicht gestellt. Ein absoluter EBIT-Wert war bisher nicht genannt worden. Das jetzt prognostizierte EBIT entspricht nach Angaben des Unternehmens einer EBIT-Marge von mehr als 17%. Der Nettogewinn soll das Vorjahresniveau übertreffen.

Im dritten Quartal steigerte die HHLA in ihrem an der Börse gelisteten Teilkonzern Hafenlogistik dank verbesserter Umschlags- und Transportmengen den Umsatz auf 279,3 (237,9) Mio EUR, das EBIT kletterte auf 56,8 (44,6) Mio EUR und das Ergebnis nach Steuern und Minderheiten auf 25,4 (18,1) Mio EUR. Die Sparte erwirtschaftet den Löwenanteil des Konzernergebnisses. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten waren im Mittel auf einen Umsatz von 269 Mio EUR, ein EBIT von 50 Mio EUR und einen Nettogewinn von 19 Mio EUR gekommen.

“Die kräftige wirtschaftliche Erholung ab dem Frühjahr 2010 hat sich im dritten Quartal fortgesetzt und verstärkt”, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters am Freitag bei der Vorlage der Zahlen. Zwar deute sich für das vierte Quartal eine Abschwächung der Dynamik von Weltwirtschaft und Welthandel an. Dennoch sehe der Konzern trotz anhaltender Rückschlagrisiken, etwa aus hoher Staatsverschuldung und Währungsrisiken, eine Stabilisierung und Normalisierung des langfristigen Wachstumstrends.

Die Landesbank Baden-Württemberg reagierte auf die über den Erwartungen liegenden Zahlen und hob ihr Kursziel auf 32 von zuvor 30 an. Ein Kursziel von 35 prognostiziert SRH-Alster-Research-Analyst Oliver Drebing.

Trotz eines saisonbedingt wohl schwächeren vierten Quartals kündigte das Unternehmen an, die Transport- und Umschlagsmengen würden auf Jahressicht schneller wachsen als bisher angenommen. Die Container-Umschlagmenge wird nun mit einem Plus von mehr als 15% gesehen, die Transportmenge mit einem Zuwachs von mehr als 11%. Bislang waren für beide Mengen nur Steigerungen von mehr als 10% in Aussicht gestellt worden.

Aufgrund geringerer Lagergelderlöse, Verschiebungen im Ladungsmix sowie des anhaltend intensiven Preiswettbewerbs sei die deutlich verbesserte Auftragslage nicht in gleichem Maße auf die Umsatzerlöse zu übertragen, hieß es. Am Standort Hamburg erweise sich vor allem das verzögerte Planfeststellungsverfahren zur Fahrrinnenanpassung der Elbe bei zugleich steigendem Anteil großer Schiffseinheiten als Belastungsfaktor.

Finanziell sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt. So soll im laufenden Jahr ein deutlich positiver freier Cash-Flow erzielt werden. Mit Blick auf die Liquiditätsreserven wird die Finanzierung des Konzerns weiter auf einer gesicherten Basis gesehen.

Der Vorstand blickte auch auf das kommende Jahr. Er rechnet 2011 bei Einhaltung der angekündigten Zeitpläne für die Fahrrinnenanpassung der Elbe und einer Stabilisierung der Konjunkturerholung mit einer weiteren Verbesserung von Umsatz und Gewinn. Details dazu will er zu einem späteren Zeitpunkt geben. Das Wachstum der Umschlags- und Transportmengen soll sich allerdings etwas abschwächen und wieder auf ein normales Niveau reduzieren. Prozentual einstellige Verbesserungen werden für möglich gehalten.

Aufgrund eines Investitionsprojektes zur Erweiterung der HHLA-Aktivitäten am Schwarzen Meer soll die Investitionssumme nicht unter das diesjährige Volumen sinken. Für 2010 sind Ausgaben von nicht mehr als 180 Mio EUR geplant. An der Börse kamen die Aussagen und die übertroffenen Prognosen gut an. Dies führte zu einem Anstieg des Aktienkurses. Er stellte sich bis 12.30 Uhr mit einem Plus von 0,4% auf 30,00 EUR.