Just in Sequence bringt der Zulieferungslogistik zahlreiche Vorteile. - Bild: item

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Vom Japan der 1950er Jahre um die ganze Welt: Lean Production ist aus der gegenwärtigen (Automobil-)Produktion nicht mehr wegzudenken. Dies schließt freilich auch die Bereiche Logistik und Zulieferung mit ein. Gerade hier kommt es auf Effizienz und die Verringerung von vermeidbaren Zeitaufwänden an. Mit Just in Sequence liegt eine Methode vor, die sich exakt an den beiden Faktoren Bedarf und Reihenfolge orientiert. Dadurch bieten sich zahlreiche Vorteile - sowohl für das Unternehmen als auch für den einzelnen Werker an seinem Montagearbeitsplatz. Zunächst gehen wir dabei auf die Grundlage des Verfahrens – d.h. den Vorläufer Just in Time – ein. Auf dieser Basis sind die Vorzüge von Just in Sequence umso deutlicher sichtbar.

Just in Time (JIT) und Just in Sequence (JIS)

Sowohl Just in Time als auch Just in Sequence beruhen auf sehr einfachen Prinzipien – und entfalten dennoch signifikante Effektivitätssteigerungen. Zunächst zur Basis-Variante JIT: Diese Methode beruht auf der Idee, dass der Zulieferer Material nur anliefert, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Hiermit wird das Problem hoher Lagerbestände geschickt umgangen. Denn mit einem vollen Lager sind zahlreiche Mankos verbunden: Es wird nicht nur viel Kapital gebunden, hinzu kommen nämlich auch etwaige Schäden während der Zeit der Lagerung. Es verwundert nicht, dass die Vermeidung hoher Lagerbestände ein fester Bestandteil der Anti-Verschwendungs-Philosophie der 7 Muda ist.

Mit Just in Time lässt sich also gezielt eine bedarfssynchrone, lagerlose Produktion etablieren. Just in Sequence baut auf diesem Prinzip auf, geht jedoch weitaus konsequenter vor. Alle Vorteile von JIT werden übernommen und sinnvoll ergänzt. Eine Schwachstelle von Just in Time liegt darin, dass es auf die folgende Frage noch keine Antwort liefern kann: Was tun, wenn die Reihenfolge bei der Anlieferung der alles entscheidende Faktor ist? Genau hierauf wurde Just in Sequence explizit ausgerichtet. Nicht allein die korrekte Menge des Materials spielt hierbei eine Rolle, sondern ebenso die Reihenfolge, in der es eingesetzt werden soll. Einige Tage vor den Montagearbeiten wird sie fest definiert.

Just in Sequence in der Produktion

Insbesondere bei der Herstellung von Produkten zur Weiterverarbeitung findet Just in Sequence Verwendung. Dazu zählt unter anderem die Automobil-Branche. Das produktionssynchrone Verfahren ist zudem ausgesprochen flexibel: Unter „Long-distance-JIS“ etwa versteht man den Einsatz von Just in Sequence über weite Strecken. Erweiterte Sortierung bedeutet in diesem Zusammenhang einen deutlich höheren Aufwand für die Kommunikation zwischen Kunde und Zulieferer. Um dies bewältigen zu können, wird häufig auf den Austausch via EDI (electronic data interchange) zurückgegriffen. Hierbei erfolgt der automatische Austausch geschäftlicher Standard-Dokumente elektronisch.

Die Verwendung von sperrigen und hochqualitativen Teilen gehört nicht zu den Just-in-Sequence-Voraussetzungen. Trotzdem empfiehlt sich der Einsatz dieser Methode hier in ganz besonderem Maße, da man es mit einer überdurchschnittlich hohen Kapitalbindung zu tun hat. Mit JIS können entsprechende Lagerbestände äußerst gering gehalten werden. Auch für den Mitarbeiter machen sich die Vorteile von Just in Sequence unmittelbar am eigenen Arbeitsplatz bemerkbar. So muss er mit keinem zeitlichen Mehraufwand mehr rechnen. Alle Teile, die ihm angeliefert werden, kann er unmittelbar verwenden. Zeitaufwendige Zuordnungen sind längst nicht mehr nötig. Das ist angewandte Lean-Philosophie in Reinkultur.