Leichter Superlift schafft Weltrekord 1

Von dem deutschen Unternehmen Ruthmann GmbH & Co. wurde ein neuer Höhenrekord für Hubarbeitsbühnen auf leichten Fahrzeugen aufgestellt.

MÜNSTER (hi). 27 Meter beträgt die neue maximale Arbeitshöhe, die aufgrund eines langen, starken Auslegers aus ultrahochfestem Stahl ermöglicht wurde. Es handelt sich dabei um eine von vier Konstruktionen, die sich um die Auszeichnung Swedish Steel Prize 2010 bewerben.

Steiger TB 270 ist die Bezeichnung des neuen, leichten Lastwagens, auf dem eine Hubarbeitsbühne montiert ist und dessen gesamtzulässiges Gewicht nur knapp 3,5 Tonnen beträgt. Leichte Fahrzeuge dieser Gewichtsklasse dürfen mit normalem PKW-Führerschein gefahren werden. Mit einer Höhenreichweite von 27 Metern hält der kleine Lastwagen in seiner Gewichtsklasse den Höhenrekord. Im Vergleich zu früheren Modellen wurde die Reichweite um fünf Meter bzw. 22 Prozent erhöht.

„Der Unterschied ist immens, wenn man bedenkt, um welche Höhe und Größenordnung es sich bei dem Fahrzeug handelt“, erklärt Stephan Balzer, Leiter der Produktionsanlage von Ruthmann, die in der Nähe von Münster liegt. „Die Einsatzbereiche werden dadurch sehr viel größer. Arbeiten, die früher große, schwere Fahrzeuge erforderten, können nun von zwei Personen und einem kleinen, leichten Lastwagen, der sich innerhalb von wenigen Minuten aufstellen lässt, bewältigt werden. Außerdem eignet sich das Fahrzeug für den Einsatz an engen Stellen oder in empfindlichen Umgebungen, wo große LKW nicht in Frage kommen.“

Nur noch die Hälfte der Materialdicke

Ausschlaggebend für die starke und zugleich leichte Konstruktion ist das Material. Der Turm besteht aus fünf Teleskopsektionen, die alle aus einem kaltgewalzten ultrahochfesten Stahl der Zugfestigkeit 1200 N/mm2 gefertigt sind. Die Materialdicken liegen bei 1,5 bis 1,8 mm – was im Vergleich zur früheren Konstruktion nahezu eine Halbierung der Materialdicke bedeutet.

Trotz der geringeren Dicken ist die Konstruktion stärker und zeichnet sich durch bessere Eigenschaften aus, was nicht nur auf die hohe Zugfestigkeit des hochfesten Stahls zurückzuführen ist, sondern auch darauf, dass Ruthmann eine völlig neue Lösung für die Konstruktion entwickelt hat.

„Die Änderungen sind umfassend, aber als zwei der wichtigsten Punkte ist zu nennen, dass wir das Profil der Teleskopröhre modifiziert und die Kabel und Schläuche zur Energieübertragung, die vom Fahrzeug zur Arbeitsbühne verlaufen, anders als bisher verlegt haben“, berichtet der Leiter der Konstruktionsabteilung, Nico Wessels. „Die Röhre ist leichter, steifer und stärker geworden.“