Analysten gehen davon aus, dass in Deutschland die Nutzung von On-Demand - auch in der

Analysten gehen davon aus, dass in Deutschland die Nutzung von On-Demand - auch in der Lagerverwaltung - zunehmen wird (Bild: RT-Log).

von Harald Lutz

LANDSBERG (hi). Deutschlands größtes Softwarehaus, die Walldorfer SAP AG, setzt beim Thema „Logistik on Demand“ auf ihr integriertes-ERP-System ‚SAP Business By Design‘. „Das Produkt ist ein vollständiges ERP-System für den Mittelstand – und das ganze ‚on Demand‘. Auch die Logistik wird durch das in ihm enthaltene Supply-Chain-Management-Modul ganzheitlich im On-Demand-Modus abgedeckt“, sagt Carsten Poeschl, Leiter Produktvertrieb SAP Business By Design, SAP Deutschland. Alle Logistikprozesse wie Ein- und Auslagern, Lagerplatzverwaltung und auch die Kommissionierung laufen bei Business By Design vollständig über gängige Browser. Das ERP-System wird als Mietmodell angeboten und im SAP-eigenen Rechenzentrum in St. Leon-Rot betrieben. Die Abrechnung erfolgt nach konkreter Mitarbeiter-Nutzung. Poeschl: „Eine lokale Softwareinstallation ist daher nicht mehr nötig.“

Das On-Demand-Produkt aus dem Hause SAP ist keine übliche Add-on-Logistiklösung zur Warenwirtschaft, sondern ein neues „ERP-Komplettpaket“ mit integrierten Wertflüssen. „‚Komplett‘ bedeutet, dass in die On-Demand-Lösung neben Warenwirtschaft, Einkauf und Logistik auch Funktionalitäten wie Projektmanagement, Customer Relationship Management (CRM) bis hin zu Anbindungen an Office-Anwendungen nahtlos integriert sind“, erläutert der Leiter Produktvertrieb. Als vorerst letzte Säule könne im Rahmen von Business By Design sogar ein Business-Intelligence-Analyse-Tool (BI) für alle Unternehmensbereiche eingesetzt werden.

Mit ihrer integrierten ERP-Lösung wenden sich die Walldorfer an Unternehmen, die zwischen 50 und 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. In der Logistik werden einfachere bis mittel komplexe Lagerkonzepte unterstützt. Vor allem die drei Marktsegmente produzierende Unternehmen, Handel und Dienstleistungen sollen angesprochen werden.

Poeschl: „Unsere aktuellen Installationen bei Telefunken in Heilbronn, dem Automobilzulieferer Uwe Braun oder American DJ, einem Großhändler mit umfassender Lagerlogistik, belegen klar, dass das On-Demand-Konzept in der Logistikbranche eine Zukunft hat.“

Für hochkomplexe Lagerumgebungen

Klassische Logistiksoftware-Pakete wie die ‚SAP Extended Warehouse Management-Lösung‘ (SAP EWM), die sich vor allem auch für hochkomplexe Lagerumgebungen bei multinationalen Unternehmen eignet, werden von den Walldorfern derzeit noch exklusiv als traditionelle, serverinstallierte Software angeboten. Für die Logistik geht SAP daher auch weiter von einer Koexistenz von On-Demand- und herkömmlich installierter „On-Premise“-Software aus.

„Wir haben ein erstes Mietprojekt unseres Lagerverwaltungssystems ‚Log Control-WHM on Demand‘ in der Lagerlogistik des Luxemburger Logistikdienstleisters RT-Log realisiert“, berichtet Carolin Höll, verantwortlich für Marketing und PR beim Pforzheimer Softwarehaus Log Contol. Bei dem Luxemburger Lagerlogistik-Projekt lagen die Schwerpunkte neben der reinen Lagerverwaltung vor allem in den Bereichen Postkommissionierung, Versandabwicklung sowie – als Basis für die Rechnungsstellung – im Reporting und der Lagergeldabrechnung.

„Die Mietsoftware ‚Log Control-WHM‘ übernimmt dabei on Demand alle Prozesse von der Warenannahme über die Lagerung bis hin zur Kommissionierung und Verteilung“, bestätigt Hans Kelderman, Logistik-Manager bei den Luxemburgern. Ergebnis der Zusammenarbeit mit Log Control sei eine nun optimierte Ablauforganisation im Unternehmen durch rationelle und schlanke Prozesse sowie einfache, systemgeführte Buchungsvorgänge.

„Der entscheidende Unterschied zwischen Software als Service und einem herkömmlichen Kaufprojekt liegt neben der Internet-Technologie vor allem im Finanzierungsmodell als Miete“, führt Carolin Höll weiter aus. Die Nutzung der Applikation ist auf die Dauer des Mietvertrages begrenzt. Die Mietapplikation bleibt zu jedem Zeitpunkt Eigentum der Pforzheimer. Hosting-Standorte können entweder das Log-Control-Rechenzentrum oder – wie bei dem Projekt RT-Log – das Anwenderunternehmen selbst sein.

Last but not least sind die Serviceleistungen des Logistiksoftware-Spezialisten bei einem Mietprojekt umfangreicher als bei einem normalen Servicevertrag zum Kaufprojekt. Höll dazu: „Wir sind verantwortlich für die Lauffähigkeit und Sicherheit der Prozesse und garantieren einen vorab definierten Mieterfolg.‘“

Auch das Pforzheimer Softwarehaus ist sich sicher, dass On-Demand- und SaaS-Projekte in der Logistik keine Rarität bleiben werden, sondern dass vielmehr über das Internet der Trend hin zur Mietlösung gehe. Weitere angestoßene Projekte bestätigten diesen Eindruck. „Besonders in Logistikprozessen verbergen sich noch immense Einspar-und Verbesserungspotenziale, die mithilfe intelligenter Software und Applikationen aufgedeckt und genutzt werden können“, sagt Caroline Höll.