Auf beengte Platzverhältnisse ist der kompakte Portalroboter Robot-In-A-Box ausgelegt, ohne dass

Auf beengte Platzverhältnisse ist der kompakte Portalroboter Robot-In-A-Box ausgelegt, ohne dass Kompromisse bei der Arbeitsgeschwindigkeit eingegangen werden müssen. (Bild: Soco System GmbH)

OBERHAUSEN (rm). Arla hatte bereits seit Längerem eine automatische Palettierung des halbmondförmigenKäses geplant. Lösungen wie Knickarmroboter und Palettenlader erwiesen sich jedoch bei der Abwicklung der intensiven  Bewegungsabläufe als unwirtschaftlich. Zudem war der Platz in der Molkerei so begrenzt, dass die Knickarmroboter mit ihren langen Armen in einem Nebenraum hätten platziert werden müssen. Allerdings hätte dies ein zusätzliches Deckenfördersystem zwischen Produktion und Packhalle erfordert.

Auf eben diese beengten Platzverhältnisse ist der kompakte, lediglich 2,8 x 1,8 x 2,285 m (LxBxH) große Portalroboter Robot-In-A-Box spezialisiert, ohne dass Kompromisse bei der Arbeitsgeschwindigkeit eingegangen werden müssen. Denn bei Arla müssen bis zu 20 Kartons/min gehandhabt werden.

Eine weitere Anforderung an das System war ein spezieller Greifer zum Entnehmen der Käsekartons vom Band und zum präzisen Abstapeln mit nur wenigen Millimetern Abstand sowie nach einem individuellen Muster. Denn die vollen Paletten müssen nach dem Beladen so abgekühlt werden, dass alle 571 Kartons auf der Palette nach dem Kühlen die gleiche Temperatur haben.

Alle diese Vorgaben erforderten einen besonderen Multifunktionsgreifer. Er kann vier Kartons gleichzeitig aufnehmen und mit einem so präzisen und reproduzierbaren Abstand ablegen, dass eine gleichmäßige Kühlung aller Kartons gewährleistet ist.

Ebenfalls wichtig für Arla war es, dass es sich beim Portalroboter um eine universell einsetzbare Lösung ohne aufwändige und komplexe Sonderkonstruktionen handelt, die sowohl UK- als EU-Paletten handhaben kann. Der Roboter ist zudem in der Lage, etwa 700 Kartons/h mit jeweils ungefähr 1 kg Gewicht zuverlässig zu bewegen. Als Amortisationszeit der Investition wurden etwa 1,5 Jahre ermittelt.

Innerhalb von etwa zwei Tagen konnte der Portalroboter installiert, an die Produktion angebunden und in Betrieb genommen werden. Die Installationsarbeiten beschränkten sich auf das Fixieren mit vier Bolzen am Boden sowie den Anschluss der Soco-Rollenbahn an die Arla-Packmaschine. Das anschließende Feintunig beinhaltete lediglich das Anpassen der Palettenmuster und –höhen. Am Ende wurden die Käsekartons mit einer solchen Präzision platziert, die mit manueller Palettierung kaum erreichbar gewesen wäre. Umso größer ist die Sicherheit einer gleichmäßigen Kühlung.

Während der Hochsaison ist der Portalroboter sieben Tage in der Woche im 3-Schicht-Betrieb im Einsatz und muss bis zu 20 Kartons/min handhaben. Die Verfügbarkeit ist sehr hoch, die Bedienung unkompliziert. Neue Palettenmuster lassen sich vom Anlagenführer innerhalb von 10 bis 15 min direkt an der Bedientafel eingeben. Er kann auch den Neustart des Roboters nach einem Stopp selbsttätig ausführen. Ganz anders als bei den Knickarmrobotern, die Arla ebenfalls betreibt. Die sind so komplex, dass im Normalfall Spezialpersonal herangezogen werden muss.

Hervorgehoben wird von Arla die erreichte Verbesserung bei der Arbeitsergonomie. Das ständige Heben von Kartons entfällt ebenso wie eine notwendige Personalrotation. Zudem konnten jährliche Einsparungen von gut 50 000 EUR realisiert werden. Arla plant daher die Anschaffung eines zweiten Portalroboters.