Losgröße eins heißt die Devise 1

Die moderne Medizintechnik nimmt Schritt für Schritt Abschied von Methoden, bei denen der Mensch an das Produkt angepasst wird. Doch wie lassen sich beispielsweise Produkte wie Implantate individuell herstellen? Den neuen Trend zur personalisierten Medizintechnik beleuchten Experten aus Wissenschaft und Industrie. Viele weitere Beispiele dazu, wie mit klassischen Fertigungsverfahren in der Medizintechnik Losgröße eins möglich wird, zeigt die Medical Area auf der METAV 2016 - Internationale Messe für Technologien in der Metallbearbeitung - in Düsseldorf.

Die Personalisierung betrifft hautnah das Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (Forbiomit) an der Universitätsmedizin Rostock. „Die Randbedingungen sind von Patient zu Patient extrem unterschiedlich“, erklärt Prof. Rainer Bader, Leiter des Forschungslabors, mit Blick auf Implantate in der Orthopädischen Chirurgie. „Vor der eigentlichen Anfertigung individueller Implantate sollten numerische Simulationen durchgeführt werden, um zu prüfen, wie belastbar das Implantat sein wird.“ Noch mangelt es an standardisierten Mensch-Modellen, die die individuelle Spanne der Patienten abdecken und sich somit für die personalisierte Medizintechnik eignen.

In die Richtung gehen Forschungen der Rostocker, wo ähnlich wie bei industriellen Anwendungen so genannte Hardware-in-the-loop-(HIL)-Simulationen für Hüft- und Knieendoprothesen durchgeführt werden. Dabei simulieren sie das Zusammenspiel (in-the-loop) eines Roboters (Hardware) mit dem numerischen Mehrkörpermodell der unteren Extremität.

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