Funksystem TC60 Messtaster Blum-Novotest Helios-Preisser Messtechnik

Das Funksystem TC60 überträgt die Daten zuverlässig zum Empfänger, auch wenn der große Schwenkkopf des Heller BAZ die direkte Sichtverbindung unterbricht. Bild: Helios-Preisser

Die Produktion von hochwertigen Handmessmitteln für den professionellen Gebrauch bedeutet große Stückzahlen und hohe Anforderungen an die Genauigkeit der Werkstücke. Die Lösung des Handmessmittel-Herstellers Helios-Preisser sind Blum-Messtaster, die in den Bearbeitungszentren bei kontinuierlichen, in den Prozess integrierten Messungen hochpräzise und schnell arbeitend zum Einsatz kommen.

Ein über 14 m langes Palettenmagazin verbindet bei Helios-Preisser die Bearbeitungszentren, welche durch einen Roboter mit aufgespannten Werkstücken versorgt werden. Dadurch war die automatisierte Versorgung sichergestellt, eine Möglichkeit, den hohen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, fehlte jedoch noch. Bereits auf den alten Bearbeitungszentren sammelten die Helios-Preisser-Mitarbeiter über viele Jahre hinweg gute Erfahrungen mit Blum-Messtastern, die bis heute sehr zuverlässig im Einsatz sind.

Die neue Vierachsmaschine war ebenfalls mit einem Blum-Messtaster ausgestattet, nur im Fünfachszentrum sollte ein Taster eines anderen Herstellers zum Einsatz kommen. Dies stieß bei Helios-Preisser jedoch auf wenig Gegenliebe. „Mit Blum haben wir einen Partner gefunden, der uns qualitativ hochwertige Produkte und den entsprechenden Service ohne große Wege bieten kann“, sagt Geschäftsführer Siegfried Lorch. „Außerdem sind wir mit den eingesetzten Blum-Messtastern seit Jahren hochzufrieden.“ Blum hat dann schließlich als Lösung angeboten, Taster und Empfänger im neuen Bearbeitungszentrum zu installieren.

Helios-Preisser setzt Messtaster des Typs TC50 und TC60 ein. Erstere übertragen die Daten mit Infrarot, letztere über Funk. Die Messtaster sitzen auf Werkzeughaltern und werden bei Bedarf eingewechselt, um Messaufgaben vor, während und nach der Bearbeitung durchzuführen. Das Infrarotsystem kann immer dann eingesetzt werden, wenn eine Sichtverbindung zwischen Messtaster und Empfänger gewährleistet werden kann. Auf dem Fünfachs-Bearbeitungszentrum ist ein Messsystem mit Funkübertragung installiert, welches zuverlässig – auch bei fehlender Sichtverbindung, verursacht durch den großen Schwenkkopf – die Signale vom Messtaster zum Empfänger überträgt.

Zum Einsatz kommen die Messtaster von Blum im Werk in Gammertingen für eine ganze Reihe von Aufgaben. Damit wird auch kontrolliert, ob die Werkstücke richtig gespannt sind, bevor die Bearbeitung beginnt. „Ebenso messen wir das Ergebnis der Bearbeitung mit dem Taster. Nach dem Gießen sind die Abmessungen der Gussrohlinge oftmals sehr unterschiedlich“, berichtet Tobias Weber, Meister in der Fräserei. „Daher wird bereits vor der Bearbeitung die Lage des Rohlings mittels Messtaster erfasst und die Korrekturwerte für das NC-Programm an die Maschinensteuerung übertragen. Wir konnten bei diesen Bauteilen dank der Blum-Messtaster die Ausschussquote von 10 % auf 1 bis 2 % senken.“

Ein weiteres Beispiel stellen die Reitstöcke der Rundlaufmessgeräte dar. Hierbei muss eine Bohrung auf ein Hundertstel genau zu einer Führung am selben Teil positioniert sein. Früher kam es dabei immer wieder zu Abweichungen, oft alleine wegen des Temperaturgangs der Maschine. Wenn das Maß morgens bei kalter Maschine und Halle noch stimmte, lief das Maß mittags, bei warmer Maschine und Witterung, dann aus der Toleranz. Heute wird bei Helios-Preisser zunächst die Führung bearbeitet und vermessen und schließlich auf Basis der Messdaten gebohrt. So kann die gewünschte Genauigkeit trotz der Temperatureinflüsse zuverlässig erreicht werden.

Die hohen Stückzahlen, die in Gammertingen gefertigt werden, erfordern kurze Taktzeiten – da darf das Messen nicht zu lange dauern. Blum-Messtaster sind für höchste Messgeschwindigkeiten ausgelegt und unempfindlich gegen das reichlich verwendete Kühlschmiermittel, das durch die hohe Messkraft einfach weggedrückt wird.

„Wir fahren mit dem Messtaster im Eilgang mit 60 m/min bis kurz vor die Messstelle, das Antasten selbst erfolgt mit bis zu 3 m/min – da geht nicht viel Zeit verloren. Nach der Bearbeitung kontrollieren wir praktisch alle Passungen mit dem Blum-Taster“, so Tobias Weber. „Inzwischen sind wir so genau, dass wir viele Teile gar nicht mehr schleifen. Früher dagegen wurden viele Teile mit Aufmaß gefräst und danach auf Schleifmaschinen auf das Endmaß gebracht, um die für unsere Messmittel notwendige Genauigkeit erreichen zu können – das spart viel Zeit.“ Auch mit Blick auf die mannlose Fertigung haben sich die Messtaster von Blum bei Helios-Preisser absolut bewährt.