BERLIN (pd). Zwar soll weiterhin im Bereich Forschung und Entwicklung gefördert werden und Steuererleichterungen sollen die nötigen Kaufanreize schaffen. Doch: „Damit allein ist es nicht getan“, so Christian Heep, Vorstand beim Bundesverband eMobilität, der bereits mehrfach konkrete Vorschläge für eine alternative Förderoffensive formuliert hat. “Es ist Zeit, diesen Vorschlag jetzt auch umzusetzen”, betont er und erklärt weiter: “Die initiative Förderung der ersten 250.000 verkauften Elektrofahrzeuge in Höhe von je 10.000 Euro soll zu 50 Prozent sowohl den Elektrofahrzeug-Herstellern als auch den Käufern zu Gute kommen – eine heterogenere Förderverteilung, die auch die KMU entsprechend berücksichtigt. Die deutsche Förderablehnung passt überhaupt nicht zu dem Anspruch Leitmarkt für Elektromobilität bis 2020 zu werden, insbesondere da der Wettlauf um marktbeherrschende Positionen im europäischen und internationalen Ausland bereits auf Hochtouren läuft. Viele Automobilhersteller sehen daher ihren Erstmarkt nicht in Deutschland, wie erst vor kurzem von Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, zu hören war.“

“Natürlich begrüßen wir den Umstand, dass in Regierungskreisen parallel zu den Ausbauzielen Erneuerbarer Energien auch intensiv über eine aktive Förderung der Elektromobilität diskutiert wird”, so BEM-Präsident Kurt Sigl. „Aber Empfehlungen allein werden nicht ausreichen, um das Ziel der Bundesregierung zu realisieren. Wir laufen aktuell Gefahr am Ziel vorbei zu diskutieren. Dem 2. NPE-Bericht müssen nun konkrete Maßnahmen folgen. Hier sehe ich nicht nur die Bundesregierung in der Pflicht, sondern auch die Industrie, die Länder und Kommunen“, betont Sigl.

“Der uns bevorstehende Systemwechsel birgt enorme Chancen für die deutsche und europäische Wirtschaft. Diese können wir langfristig nur dann erfolgreich realisieren, wenn wir jetzt aktiv Parteien und Länder übergreifend agieren”, betont Sigl und macht damit deutlich, dass gerade vor dem Hintergrund ausländischer Konkurrenten gemeinsame Anstrengungen aller beteiligten Akteure von enormer Wichtigkeit für den Standort Deutschland sind. „Damit müssen wir jetzt beginnen. Denn insbesondere bei der Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen und heimischer Wertschöpfung bietet die Neue Mobilität als Zukunftsmarkt enorme Wachstumspotenziale”, so der BEM-Präsident weiter.

Der Bundesverband eMobilität unterstützt die Vorschläge der NPE hinsichtlich einer veränderten Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge, einer langfristigen Befreiung von der Kfz-Steuer und der Einführung von Sondernutzungsrechten im Straßenverkehr. „Von diesen Investitionen in die Initialisierung der eMobilität wird der Wirtschaftsstandort Deutschland massiv profitieren. Aber nur, wenn den Handlungsempfehlungen nun konkrete Maßnahmen, Richtlinien und Gesetze folgen”, so BEM-Geschäftsführer Frank Müller.