Neue Presse von Schuler für Titan-Umformung 1

Während im Kaltbetrieb die üblichen Tiefziehwerkzeuge bis 1,60m Breite zum Einsatz kommen, wird für den Heißbetrieb eine speziell konstruierte Wärmekammer in die Presse eingebaut. Sie heizt die Titan-Platinen auf eine Temperatur zwischen 700 und 950 Grad Celsius auf, bevor sie im Heiß-Tiefziehwerkzeug umgeformt werden.

Der Pressentisch ist zum Schutz mit einer Wasserkühlung und einer Isolierschicht aus Keramik ausgestattet. Schuler gelang es, das Ziehkissen mit den hochtemperaturbeständigen Ziehstiften in dieses System zu integrieren. Mit den Ziehstiften, die durch mehrere Temperaturschichten geführt werden, lassen sich die Blechhalterkräfte besonders genau einstellen, so Schuler. Im Kaltbetrieb bringt die Presse eine Stößelkraft von 3150 kN und eine Tischkissenkraft von 1250 kN auf, im Warmbetrieb 800 und 250 kN. Die Umformgeschwindigkeit für die extrem zugfesten Titan-Teile reicht bei der Heißumformung von 0,1 bis 2,0 mm/s, bei der Kaltumformung von fünf bis 30mm/s.

Die Anlage geht an einen Kunden aus der Luftfahrt-Industrie. Dem Werkstoff Titan kommt im Flugzeugbau eine wachsende Bedeutung zu. Nimmt das hochfeste Metall bei konventioneller Flugzeugfertigung in Alubauweise noch einen Anteil von etwa sechs % ein, steigt dieser bei der modernen Kompositbauweise auf 15 bis 20 %. Weil Flugzeuge dadurch leichter werden, sinkt der Treibstoffverbrauch pro Sitz und geflogenem Kilometer.

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