Der President von Toyota Motor Europe, Didier Leroy, im Gespräch mit Dr. Vince Cable, Secretary of

Der President von Toyota Motor Europe, Didier Leroy, im Gespräch mit Dr. Vince Cable, Secretary of State for Business, Innovation and Skills, im Toyota-Werk in Burnaston (Bild:Toyota).

Das Toyota-Werk in Burnaston arbeitet daran, weniger Ressourcen für die Produktion zu benötigen. Beitragen sollen dazu vor allem die Mitarbeiter mit ihrem Engagement.

Von Gunnar Knüpffer

BURNASTON. Toyota will sein Werk im englischen Burnaston in Richtung nachhaltiges Wirtschaften ausrichten. Einen Erfolg hat der Director Production Operations Marvin Cooke dabei schon erzielt: Kein Müll für die Deponie verlässt das Werk. Um das zu erreichen,  setzt Toyota in Burnaston auf Recycling: Die Mitarbeiter sammeln die Stahl-Reste. Die Verpackungen von Teilen, die Zulieferer bringen, werden zurückgeschickt. Und im Lackierbereich wird Farbe, die nicht verwendet wird, in Becken gespeichert. Diese Reste werden genutzt für die Herstellung von Steinen zum Häuserbau.
„Unser Ansatz beim Umweltschutz ist, die Auswirkungen zu minimieren“, sagte Cooke im Gespräch mit Produktion. „Und zweitens wollen wir in Harmonie mit unserer Umgebung arbeiten.“ So schaffte er es, dass in den vergangenen 16 Jahren der Müll, der pro produziertem Fahrzeug entstand, um 60 % reduziert wurde. Der Wasserverbrauch sank in dieser Zeit den Angaben zufolge um 70 %.
Um den Energieverbrauch in dem Werk zu minimieren, werden die Methoden des Kaizen (kontinuierliche Verbesserung) genutzt. Auf diese Weise konnte der Energieeinsatz pro Fahrzeug um 68 % in den vergangenen 16 Jahren verringert werden. Dabei fällt jedoch auf, dass der Energieverbrauch 2009 und 2008 gegenüber 2007 anstieg.
Konkret reduzierten die Mitarbeiter den Energieverbrauch im Lackierbereich, wo 54 % der in der Fabrik aufgewendeten Energie verbraucht wurde. Zuvor war ein hoher Energieeinsatz nötig, um einen exakten Punkt für die richtige Temperatur und Feuchtigkeit während des Lackierens einzustellen. Durch einen Kaizen-Prozess erreichten die Mitarbeiter, dass der Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich, in dem lackiert werden kann, ausgeweitet wurde. Damit stieg die Energie-Effizienz. In einem zweiten Schritt wurde ein Kontroll-System kreiert, dass den Energieeinsatz optmiert und eine gleichbleibende Qualität sicherstellen soll. Mit dieser energetischen Optimierung des Lackierbereichs wurde der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid nach Angaben von Toyota um 40% gesenkt. Dieses Wissen teilt Burnaston nun mit allen anderen Toyota-Fabriken in Europa.
Der Strom, der in Burnaston verwendet wird, kommt dabei noch aus konventionellen Kraftwerken. „Wir werden uns hin zu mehr Erneuerbaren Energien bewegen“, sagte Cooke. „Wir haben ein paar kleine Solar-Panel-Installationen hier und untersuchen die Nutzung von Windkraft.“
Mit Kaizen bezieht Burnaston die Mitarbeiter in seinen Veränderungsprozess mit ein. Über einen Newsletter und Umwelt-Foren werden diese regelmäßig über Umwelt-Themen informiert. Durch eigene Aktivitäten wie ökologische Touren, Recycling des eigenes Mülls und Errechnung des Kohlenstoffdioxid-Footprints der Mitarbeiter sind diese involviert. Insgesamt wurde der CO2-Ausstoß durch Ideen der Mitarbeiter im vergangenen Jahr laut Unternehmensangaben um 15000 Tonnen reduziert. „Wir schalten zum Beispiel Maschinen ab, wenn wir sie nicht brauchen“, sagte der Director Production Operations. Bei Pausen werden die Lichter ausgemacht. Wenn ein Blatt Papier ausgedruckt wird, werde geprüft, ob es wirklich DIN A4 sein muss oder ob nicht ein kleineres Format ausreicht, sagte Cooke. Farbausdrucke auf den Druckern sind nicht mehr erlaubt, nur noch Schwarz-Weiß.
Am vorvergangenen Montag startete der neue Toyota-Europa-Präsident Didier Leroy in Burnaston die Produktion des ersten Modells mit Toyota-Vollhybridtechnologie aus europäischer Fertigung. Das CO2-arme Kompaktmodell Auris Hybrid ist nach Angaben von Toyota das erste und bisher einzige Vollhybridfahrzeug im C-Segment. Das Unternehmen plant, den Antrieb mittelfristig in allen Baureihen der Produktpalette anbieten zu können.