Arbeitswelt der Zukunft item Industrie 4.0

Ist der Roboter eher Freund und Helfer oder doch Konkurrent? - Bild: stocksnap.io

Es kommt zu Fragen wie diesen: Was bedeutet der digitale Wandel eigentlich konkret für den einzelnen Mitarbeiter? Übernehmen Maschinen jetzt etwa unsere Aufgaben? Anhand der Rolle der Ergonomie wollen wir versuchen, solche Befürchtungen zu entkräften. Ergonomisches Denken ist generell als eine ideale Kombination aus Effektivitätsprinzip und Mitarbeiterschutz zu betrachten. In dieser Hinsicht sind etwa elektrisch höhenverstellbare, ergonomische Arbeitsplatzsysteme als eine Art Vorstufe für die „Ergonomie 4.0“ zu sehen. Wenn also die Digitalisierung der Arbeitswelt ihrerseits die Ergonomie noch weiter voranzubringen vermag, bedeutet das vor allem eines: Nicht zuletzt zählt der Mensch zu den Gewinnern der Industrie 4.0. Im Folgenden wird es darum gehen, genau dies anhand ausgewählter Beispiele aufzuzeigen.

Digitalisierung am Arbeitsplatz: Kollaborierende Roboter

Was vor Jahrzehnten noch wie pure Science-Fiction anmutete, ist längst Realität. Menschen und Roboter unterstützen sich gegenseitig bei der Arbeit. „Kollaborierende Roboter“ sind zudem in der Lage, Aufgaben zu unternehmen, die ihre menschlichen Kollegen in eine unergonomische Arbeitshaltung zwingen würden. Gleichzeitig bedeutet die Interaktion zwischen Maschine und Mensch für Letzteren keinerlei Gefahr. Schutzkleidung für die Werker oder eine Aufteilung des Raumes mittels Schutzzäunen werden nicht mehr benötigt: Außenhüllen, die keinerlei Kanten aufweisen, und Hindernisse erkennende Sensoren gewährleisten Sicherheit. Hinzu kommt, dass die kollaborierenden Roboter ohnehin mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit agieren. So wird zusätzlich auf die Sicherheit der Werker Rücksicht genommen. Sie hat zweifelsohne allerhöchste Priorität.

Transparenz trifft Ergonomie in der Arbeitswelt der Zukunft

Eine Berücksichtigung individueller körperlicher Eigenschaften ist das Ziel jeglicher ergonomischer Bemühung. Aus diesem Grund sollte man die zunehmende Erfassung und Vermessung des Menschen durch die Digitalisierung hier eindeutig positiv sehen. Wenn entscheidende Parameter wie Größe, optimaler Greifraum oder Einschränkungen vollständig bekannt und verzeichnet sind, so bedeutet dies auch mehr Rücksicht. Angesichts dieser Steigerung der Transparenz erlangt überdies auch ergonomische Arbeitsplatzgestaltung eine noch größere Bedeutung. Dies ist für alle Seiten positiv: Wenn Mitarbeiter so schonend wie möglich arbeiten können, vermindert das nicht nur Ausfälle und Präsentismus (arbeiten trotz Krankheit). Ferner sind Unternehmen so in der Lage, verdiente Mitarbeiter lange zu halten. Es handelt sich also um eine klassische Win-win-Situation. Bei dem gebotenen sorgsamen Umgang mit derlei personenbezogenen Daten sollte dieser Aspekt auch miteinbezogen werden.

Die Schonung der Mitarbeiter gewinnt zudem bei einem Thema deutlicher an Kontur, wo man sie zunächst eher weniger erwarten würde. Im Rahmen der vielbeschworenen Industrie 4.0 nehmen cyberphysische Systeme (CPS) eine Schlüsselrolle ein. Hierbei repräsentieren Software-Agenten einzelne Werkstücke. Nun besteht der Clou darin, dass diese anhand ihrer digitalen „Zwillinge“ miteinander kommunizieren können. Schön und gut, doch wo bleibt jetzt der Mensch? Ganz einfach: Verfügt das Netzwerk über personenspezifische Angaben, so sind die Teile etwa in der Lage, eigenständig zu entscheiden, wer für den nächsten Arbeitsschritt in Frage kommt: Wer hat die geeignete Körpergröße? Wer würde sich zu stark belasten und übernimmt deshalb besser eine andere Aufgabe? Anhand solcher Kategorien können auch CPS für eine deutliche Entlastung der Mitarbeiter sorgen.

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item Redaktion