Künftig werden auch verstärkt Premiumanbieter Kostensenkungen von den Zulieferern erwarten, besagt

Künftig werden auch verstärkt Premiumanbieter Kostensenkungen von den Zulieferern erwarten, besagt eine Studie von Oliver Wyman (Bild: arsdigital - Fotolia.com).

Die Automobilhersteller wollen die Preise für Zukaufteile jährlich um 4,3 % senken, so eine Studie von Oliver Wyman.


Von Gunnar Knüpffer

MÜNCHEN. Der Kostendruck für die Automobilzulieferer verschärft sich in den kommenden Jahren noch. Die angespannte Situation dieser Firmen wurde durch die jüngste Krise in der Automobilindustrie noch einmal verstärkt. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Beratung Oliver Wyman. Die Zulieferer müssen den größten Teil der Kostensenkungen in der Wertschöpfungkette tragen, da die Zukaufteile für die Automobilhersteller die größte Kostenposition darstellen.
Steigender Kostendruck wird für die Zulieferer ein Thema bleiben, denn die Autohersteller streben aus Zulieferersicht in den nächsten fünf Jahren eine durchschnittliche Preisreduktion von 4,3 % jährlich an. Tatsächlich werden die Preise dann im Schnitt um 2,5 % gedrückt. Der anhaltende Wertverlust für die Zulieferbranche gewinnt noch zusätzlich an Dynamik, da Funktionsverbesserungen zu Beginnn eines neuen Produktlebenszyklusses nur noch vereinzelt die Margen erhöhen. Zwar hätten spezialisierte Komponentenhersteller weiterhin die Möglichkeit, in ihrem Segment profitabel zu wachsen, heißt es in der Studie. Doch könnten Zulieferer nur in Ausnahmefällen Preiserhöhungen bei den Autobauern erzielen. So gleichen funktionale Innovationen und wachsende Ausstattungsraten den Wertverlust nur bei 20 bis 30 % der Fahrzeugmodule bezogen auf ein durchschnittliches Fahrzeug aus, während 70 bis 80 % der Module dem Kostendruck schonungslos ausgesetzt sind.
Die Kostenschraube wird bei allen Fahrzeugsegmenten angezogen: von Low-Cost bis Premium. Der Studie zu Folge werden die Anforderungen der Premium-Autohersteller bezüglich Einsparungen ständig ansteigen und in den nächsten Jahren das Niveau der Volumenhersteller erreichen.
Oliver Wyman rät den Zulieferern die bekannten Hebel im Einkauf, bei der Produktkostensenkung und in der Produktionsoptimierung intensiver zu nutzen. Beispielsweise könnten Programme zur gezielten Produktkostenoptimierung der laufenden und zukünftigen Serien gemeinsam mit Einkauf, Entwicklung und Lieferanten gestartet werden. Auch sollten die Firmen innovativ sein und Materialien, Technologien und Designs mit einer besseren Kostenstruktur entwickeln. Dabei sollten Prozessoptimierung und Kosteninnovationen Priorität haben.
Das Volumenwachstum nach der Krise bietet den Zulieferen langfristig die Chance, zu Wertsteigerung und profitablem Wachstum zurückzukehren. Das Wachstum fällt jedoch unterschiedlich aus. Zeichnet sich für Westeuropa, Japan und die USA eine Erholung auf Vorkrisenniveau ab, wachsen Märkte wie Indien und insbesondere China seit 2007 durchschnittlich um nahezu 10 %. „Nur wer sich international kosteneffizient ausrichtet und in den wichtigsten Wachstumsmärkten präsent ist, kann nachhaltig erfolgreich sein“, so Jonas Wagner, Zulieferexperte bei Oliver Wyman.