KPMG holt sich mit Brain Net Know How zum Thema Supply Chain Management ins Haus. Bild: scm-schmuck

KPMG holt sich mit Brain Net Know How zum Thema Supply Chain Management ins Haus. Bild: scm-schmuck / Fotolia

In einer Expertenumfrage untersuchte die Unternehmensberatung Bestgroup Supply Chain Trends, Ziele, Konzepte und Projekte für das Jahr 2011. Produzierende Unternehmen nannten als Hauptziele für dieses Jahr: Kosten senken, Liefertreue erhöhen und Lieferzeit verkürzen.

POTSDAM (ilk). Einige weitere geplante Projektschwerpunkte sind beispielsweise Personalaufbau, Outsourcing und eine Verlagerung in Niedriglohnländer, typische Lösungen für die Bewältigung eines Mengenwachstums. Bei den Projekten stehen kontinuierliche Verbesserungen im Vordergrund. Weil sich die am häufigsten genannten Projektaufgaben (Prozess- und EDV-Optimierung) nach Bestgroup-Erfahrungen nur schwer mit diesem Verbesserungsansatz lösen lassen, werden die Unternehmen nur schwer die anspruchsvollen Ziele für 2011 erreichen.
Die überwiegend deutschen Teilnehmer sehen ihre Vorbilder – neben Toyota als Lean-Production-Primus – in deutschen Großunternehmen, wie Siemens oder Daimler. So wird die interne Integration der Datenverarbeitungssysteme als wichtiger eingeschätzt als die Integration über Unternehmensgrenzen hinweg. Ein erheblicher Handlungsbedarf zur erfolgreichen Supply Chain Management-Umsetzung ist in den Unternehmen bekannt, aber die genannten Projektschwerpunkte passen nicht zu den geforderten Zielen.

Supply Chain-Experte Dr. Torsten Becker von Bestgroup führt aus: „Nach den Studienergebnissen verfolgen die Unternehmen zu viele Themen und verzetteln sich in kleinen Verbesserungen. Obwohl Kostenreduzierung als Hauptziel genannt wird, führen die genannten Projektprioritäten zu Kostensteigerungen. Am Ende des Jahres werden die Unternehmen das zu erwartende Wachstum bewältigt haben, aber die erforderlichen Leistungsverbesserungen und Einsparungen nicht erreichen. Unsere Empfehlung für die Unternehmen lautet: Investieren Sie jetzt in Supply Chain Transformationsprojekte, um gleichzeitig Kosten zu senken und das Mengenwachstum abzusichern.“

Die Unternehmen sind teilweise sehr weit mit der Unterstützung durch Informationsverarbeitung. Aber die Konzentration der Projektziele auf Prozessoptimierung und interne EDV-Systeme statt auf Portale oder Datawarehouse-Systeme zeigt, dass die Unternehmen mit der derzeitigen IT-Unterstützung für die Supply Chain unzufrieden sind. Es ist erheblicher Nachholbedarf in der internen Integration von Material- und Informationsfluss vorhanden. Erst danach werden Integrationen über Unternehmensgrenzen hinweg angestrebt.