7 Muda item Produktion

Die 7 Muda verdeutlichen, wo in der Produktion Verschwendung auftritt. - Bild: item

Nur systematisches Vorgehen führt hier nämlich zum Ziel. Es geht um komplexe Fragen: An welchen Stellschrauben der Fertigung entsteht überhaupt Verschwendung? Wie lässt sie sich am effektivsten bekämpfen? Die 7 Muda verdanken ihre Bezeichnung übrigens dem japanischen Begriff „Muda“, was auf Deutsch so viel wie „sinnlose Tätigkeit“ bedeutet. In Folge des weltweiten Siegeszugs der Lean-Production-Lehre finden Ansätze zur Vermeidung ebenjener Muda auch in Deutschland zunehmend Anhänger. Damit Sie sich davon einen Eindruck verschaffen können, haben wir die 7 Muda im Folgenden für Sie kompakt zusammengefasst.

Muda #1: Vermeiden Sie überflüssige Materialbewegungen

Während Material transportiert wird, kann kein Mehrwert entstehen. Die Kosten steigen sogar: Personal und Energie werden benötigt, die Kapitalbindung dauert länger. Ganz zu schweigen von möglichen Schäden während des Transports. Daneben sollte man auch überprüfen, ob sich der Weg von A nach B nicht verkürzen lässt. Nur weil es immer schon so gemacht wurde, muss es nicht zwangsläufig optimal sein.

Tipps:

● Platzieren Sie die Arbeitsstationen näher zueinander

● Takten und verketten Sie Arbeitsschritte nach Möglichkeit 

Muda #2: Reduzieren Sie Lagerbestände

Ein überfülltes Lager ist kein Anzeichen für Erfolg, ganz im Gegenteil. Es ist ein Indiz dafür, dass die Planung der Produktion verbesserungswürdig ist. Offenbar ist nicht genau klar, was in welchen Mengen benötigt wird. Wenn zu wenig Material vorliegt, hat man es natürlich mit dem anderen Extrem zu tun. Wie so oft ist auch hier die goldene Mitte der richtige Weg.

Tipp:

● Schaffen Sie standardisierte und stabile Prozesse

Muda #3: Vermeiden Sie nicht-ergonomische Bewegungen

Es gibt viele Bewegungen in der Produktion, die einfach zu keinem Mehrwert führen. Hinzu kommt, dass sie häufig Fehlhaltungen verursachen und somit Knochen und Muskeln der Mitarbeiter belasten. Dazu zählen beispielsweise Beugungsbewegungen oder überdurchschnittlich lange Suchvorgänge. Dem ist ohne die Beachtung von ergonomischen Prinzipien nicht beizukommen.

Tipps:

● Verinnerlichen Sie grundlegende Ergonomie-Regeln  

● Setzen Sie auf ein modulares, ergonomisches Arbeitsplatzsystem

Muda #4: Senken Sie vermeidbare Wartezeiten

Wartezeiten kann man nie gänzlich ausschließen. Anders sieht es aber mit solchen aus, bei denen sich der Anlass beseitigen lässt. Zu diesen Effektivitätsbremsen gehören etwa Missgeschicke, verlegtes Material oder Lieferungsengpässe. Hier lohnt sich ein kritischer Blick auf „Gemba“, also den eigentlichen Ort der Produktion.

Tipps:

● Lasten Sie die Mitarbeiter optimal aus, z. B. durch den Einsatz von Mehrstationenbedienung

● Erweitern Sie die Arbeit der Mitarbeiter durch Job Enlargement

Muda #5: Vereinfachen Sie die Verarbeitung

Auch wenn Arbeitsschritte unnötig kompliziert ausfallen, kommt es zu Verschwendung in der Produktion. Schnörkel sind nett anzuschauen, bringen jedoch keine Vorteile in punkto Funktionalität. Wichtiger ist es hingegen, kontinuierliche infrastrukturelle Optimierungen und Modernisierungen durchzuführen. Dies gelingt am einfachsten mit modular aufgebauten Produktionsanlagen.

Tipps:

● Planen Sie zunächst für das Minimum

● Stetige Verbesserungen statt übertriebene Sorgfalt im Hier und Jetzt

Muda #6: Überproduktion

Dieser Punkt ist mit der Verschwendung durch Lagerbestände vergleichbar. Auch hier kommt es zu einer falschen Einschätzung der Nachfrage. Dementsprechend wird Kapital länger gebunden und eine Qualitätsminderung während der Lagerungszeit ist ebenfalls denkbar. Doch die Lean Production kennt die richtige Herangehensweise, um entgegenzusteuern.  

Tipp:

● Setzen Sie auf das Pull-Prinzip (= Produktion nach Bedarf)

● Synchronisieren Sie Ihre Prozesskette mit dem Kundentakt

Muda #7: Verbessern Sie kontinuierlich

Jetzt kommen wir zum abschließenden „Meta-Muda“. Es steht sowohl am Anfang Ihrer Maßnahmen als auch an deren Ende. Wie das gehen kann? Ganz einfach: Verinnerlichen Sie das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung. Dann erkennen Sie das in den vorherigen Punkten aufgezeigte Potenzial in vollem Maße. Und wenn Sie die vorherigen Muda durchgearbeitet haben, wird dieser geschärfte Blick aufs Neue gefordert. Kaizen, das Streben nach Verbesserung, endet nie.  

Tipps:

● Geben Sie sich nie mit dem erreichten Zustand zufrieden

● Halten Sie also immer die Augen nach Verbesserungsmöglichkeiten offen

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item Redaktion