3D-Modell: Festo-Mitarbeiter können sich informieren und Ideen einbringen. Baustellenhütchen

3D-Modell: Festo-Mitarbeiter können sich informieren und Ideen einbringen. Baustellenhütchen weisen auf Probleme. - Bild: Festo

Mit einem 3D-Drucker hat man die Maschinen originalgetreu ‘ausgedruckt’ und auf dem Layoutplan aufgebaut. Die Meister gehen mit ihren Teams zum Modell, diskutieren über ihren zukünftigen Arbeitsbereich und beraten über Optionen in der räumlichen Organisation. Mit kleinen Baustellenhütchen werden kritische Situationen markiert und gemeinsam optimiert.

“Wir optimieren nicht nur Materialflüsse, sondern auch Personenströme”, sagt Manfred Zahn, Mitglied des Kernteams Werksplanung für das neue Werk von Festo in Scharnhausen. Ziel sei es, möglichst viele Mitarbeiter am Planungsprozess zu beteiligen.

Die Produktionsflächen des Werks sind in ‘Schwimmbahnen’ eingeteilt, die maximale Flexibilität erlauben. Sie bilden auch die Erweiterungsachsen des Werkes. Eine technische Grundausstattung ermöglicht die flexible Nutzung aller Schwimmbahnen.

“Festo ist auf Wachstum ausgerichtet und der Platz am Standort Esslingen ist begrenzt”, sagte der Werksleiter Stefan Schwerdtle. Das Festo-Headquarter in Esslingen verfügt über eine Produktionsfläche von 31.000 Quadratmetern. Dort sitzt neben Verwaltung und Entwicklung das Leitwerk für Ventile. Deshalb entsteht im wenige Kilometer entfernten Scharnhausen eine vierstöckige Fabrikhalle mit einer Fläche von 48 000 Quadratmetern, die hohe Flexibilität bieten soll und erweiterbar ist.

Zusammen mit Beratern des Tochterunternehmens Festo Didactic werden Wertstromkonzepte entwickelt: Die energieeffiziente Technologiefabrik soll als Benchmark für die Produktion ‘Made in Germany’ gelten. “Wir sind damit bereit für die Zukunft”, betont Stefan Schwerdtle. Man wolle das Werk nicht kurzfristig unter dem Aspekt ‘günstige Produktion’ gestalten, sondern Zeichen setzen – für Kunden, für Mitarbeiter und für die Region.

Auf dem Expertentreffen ‘Fabrik der Zukunft’ von Festo Didactic erhalten Unternehmer Einblick in die Erfolgskriterien der Fabrikplanung – ‘live’ in den unterschiedlichen Bau- und Planungsphasen. Wir waren dabei, als im Rahmen der ersten Phase interessierte Manager den Planungsteams über die Schulter schauten – Besuch der Großbaustelle inklusive. In den kommenden drei Phasen werden weitere Teilprojekte der Werksplanung vorgestellt, wie Energie-Effizienz oder schlanke Produktion, Integration einer Lernfabrik oder Anwendungen aus dem Bereich “Integrierte Automation” mit intelligenten, vernetzten Anlagenkomponenten.

“Ausgerichtet an unserer Vision gehen wir in der Werksplanung rückwärts und erarbeiten die Schritte, wie wir dort hinkommen” erklärt Stefan Labonde, Produktionsleiter im Bereich Kundenlösungen und Spezialanwendungen. So fließe zum Beispiel das Unternehmensziel ‘Arbeitgeber der Wahl’ als Teilprojekt in die Gestaltung der neuen Fabrik mit ein. Sven Gerhard, Leiter Human Resources Production, sorgt mit seinem Team dafür, dass in den Fabrikneubau die Strategie des Personalmarketing integriert wird. Ziel sei es, bei jeder Rekrutierung aus dem Vollen schöpfen zu können, sagt er. Dies gelinge, wenn man gute “Employee Value Propositions” biete. “Stolze Mitarbeiter sind der beste Kommunikationskanal”, sagt der Personalchef. Festo sei in dieser Hinsicht durch vielfältige Programme bereits sehr gut aufgestellt.

Mit der neuen Fabrik will man noch eins draufsetzen: In Richtung Parkhaus wird ein Fitnessbereich integriert, der kostenlos genutzt werden kann. Damit die Menschen Beruf und Privates einfacher organisieren können, wird es zum Beispiel einen Wäscheservice und ein kleines Ladengeschäft mit wichtigsten Dingen für den täglichen Bedarf geben.

Sabine Leikep