Siemens Merkel Kaeser

Bei Ihrem Rundgang im Elektronikwerk Amberg erlebte Bundeskanzlerin Angela Merkel Industrie 4.0 zum Anfassen. In Amberg verschmelzen virtuelle und reale Welt: Bereits heute kommunizieren dort Produkte mit Maschinen und sämtliche Prozesse sind IT-optimiert und -gesteuert. - Bild: Siemens

Architektur (architecture)
Kombination von Elementen eines Modells aufbauend auf Prinzipien und Regeln zum Zweck seiner Konstruktion, Weiterentwicklung und Nutzung

Archivwelt (archive world)
Gesamtheit aller Informationen in der Informationswelt, deren Gültigkeit oder Aktualität abgelaufen ist und die damit nicht mehr veränderbar sind

Anmerkung 1: Informationen, die an Gültigkeit oder Aktualität verlieren, werden in die Archivwelt übertragen.

Anmerkung 2: Es wird keine Aussage darüber getroffen, zu welchem Zeitpunkt Informationen von der Modellwelt oder Zustandswelt in die Archivwelt übertragen werden.

Asset
Gegenstand, der einen Wert für eine Organisation hat

Begriff
Denkeinheit, die aus einer Menge von Gegenständen unter Ermittlung der diesen Gegenständen gemeinsamen Eigenschaften mittels Abstraktion gebildet wird [DIN 2342-1]

Communication&Presentation-Klassifikation – CP-Klassifikation
Klassifikation der Kommunikations- und Identifikationsfähigkeit

Anmerkung: Aufgrund der Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit und der Erkennbarkeit des Bekanntheitsgrads (Communication and Presentation – CP) kann die Zugehörigkeit eines Elements zu den jeweiligen Klassen in einer kombinierten CP-Ziffernnotation ausgedrückt werden. Eine solche Notation hat sich z. B. im Bereich der IP-Schutzklassen bewährt.

Beispiel: So entspricht CP33 z. B. einer individuell bekannten aktiv kommunikationsfähigen Komponenten, also z. B. einem klassischen Profibus-Feldgerät. Ein Sicherheitsbehälter, der in seinem Lebenszyklus überwacht und verwaltet wird, aber keinerlei Kommunikationsfähigkeit besitzt, hätte die CP-Klasse CP14.

Choreografierung zwischen Diensten
(selbstorganisierende) Interaktion von Dienstteilnehmern im Rahmen von übergeordneten Vorgaben

Cyber-Physical System
System, das reale (physische) Objekte und Prozesse verknüpft mit informationsverarbeitenden (virtuellen) Objekten und Prozessen über offene, teilweise globale und jederzeit miteinander verbundene Informationsnetze

Anmerkung: Optional nutzt ein CPS lokal oder entfernt verfügbare Dienste, verfügt über Mensch-Maschine-Schnittstellen und bietet die Möglichkeit zur dynamischen Anpassung des Systems zur Laufzeit.

CPS-Plattform (CPS platform)
Implementierung einer Kommunikations- und Systeminfrastruktur mit erforderlichen Management- und Produktivdiensten und definierten QoS(Quality of Service)-Eigenschaften zum effizienten Aufbau und der Integration von CPS für eine Anwendungsdomäne

Cyber-Physical Production System –CPPS
CPS, das in der Produktion eingesetzt wird

Dienst
abgegrenzter Funktionsumfang, der von einer Entität oder Organisation über Schnittstellen angeboten wird

Anmerkung: Die Definition ist nicht deckungsgleich mit der Definition von Services durch das OASIS-RM („Services are the mechanism by which needs and capabilities are brought together“).

Entität
eindeutig identifizierbarer Gegenstand, der aufgrund seiner Bedeutung in der Informationswelt verwaltet wird
Gegenstand
objektiv vorhandene, abgegrenzte und identifizierbare Einheit

Anmerkung 1: Ein Gegenstand kann virtueller oder physischer Natur sein.

Anmerkung 2: Ein Gegenstand kann sein: Gerät, Subsystem, Software, Plan, Lebewesen, Organisation oder Ähnliches.

Anmerkung 3: Ein Gegenstand hat einen Lebenslauf.

Horizontale Integration
Integration innerhalb einer funktionalen/organisatorischen Hierarchie-Ebene über Systemgrenzen hinweg

I4.0-Komponente
weltweit eindeutig identifizierbarer kommunikationsfähiger Teilnehmer bestehend aus Verwaltungsschale und Asset mit digitaler Verbindung (entspricht CP24, CP34 oder CP44) eines I4.0-Systems, der dort Dienste mit definierten QoS(Quality of Service)-Eigenschaften anbietet

Anmerkung 1: Die I4.0-Komponente bietet für ihre Dienste und Daten einen der Aufgabe angemessenen Schutz.

Anmerkung 2: Eine I4.0-Komponente kann ein Produktionssystem, eine einzelne Maschine oder Station oder auch eine Baugruppe innerhalb einer Maschine repräsentieren.

I4.0-System
System aus I4.0-Komponenten und Komponenten geringerer CP-Klassifizierung, das einem bestimmten Zweck dient, definierte Eigenschaften aufweist und standardisierte Dienste und Zustände unterstützt

Anmerkung 1: Ein System kann als Komponente in einem weiteren I4.0-System auftreten.

Anmerkung 2: Ein I4.0-System muss eine Relation zur I4.0-Plattform definieren.

I4.0-Plattform
Implementierung einer (standardisierten) Kommunikations- und Systeminfrastruktur mit erforderlichen Management- und Produktivdiensten und definierten QoS(Quality of Service)-Eigenschaften als Basis für den effizienten Aufbau und die Integration von I4.0- Systemen in einer Anwendungsdomäne.

Anmerkung 1: Um Interoperabilität sicherzustellen, muss einer I4.0-Plattform eine Referenzarchitektur zugrunde liegen.

Anmerkung 2: Eine I4.0-Plattform muss eine Relation zum I4.0-System definieren.

Individualbegriff
Begriff, der einen einzelnen Gegenstand/eine Instanz vertritt/benennt

Informationswelt
Ideen, Gedankenkonstrukte, Algorithmen, Modelle, sowie die Gesamtheit der Abbildungen der physischen Gegenstände und Menschen in virtueller Umgebung

Anmerkung 1: Der Betrachtungsrahmen der jeweiligen Gesamtheit muss definiert sein.

Anmerkung 2: Die Elemente der Informationswelt können über Semantik miteinander in Beziehung stehen.

Interoperabilität
Fähigkeit zur aktiven, zweckgebundenen Zusammenarbeit von verschiedenen Komponenten, Systemen, Techniken oder Organisationen

Anmerkung: Interoperation ist realisierte Zusammenarbeit.