„Die Reise muss weitergehen!“ Klaus Buchwald, Vice President & Managing Director für High

„Die Reise muss weitergehen!“ Klaus Buchwald, Vice President & Managing Director für High Power Semiconductor, Infineon (Bilder: Spinnarke).

von Sabine Spinnarke

WARSTEIN (sp). Werksleiter Klaus Buchwald hat es sich zum Ziel gesetzt, das Warsteiner Halbleiterwerk zur Nummer Eins auf dem Weltmarkt für Umrichtertechnik zu machen. Als Buchwald vor vier Jahren die Leitung des Werkes übernahm, galt das Industriegeschäft noch als wenig attraktiv, auch gab es Qualitätsprobleme vor Ort, die dringend zu lösen waren. Inzwischen rückte die Industriesparte aufgrund ihrer Stabilität und deutlich wachsender Nachfrage auf der Attraktivitätsskala deutlich nach oben. Getrieben durch den Boom bei erneuerbaren Energien und die steigenden Effizienzbedürfnisse der Industrie wird sich dies auch in absehbarer Zeit nicht ändern, denn für all das braucht man Leistungshalbleiter, wie sie Infineon herstellt.

Route 99

Angewandte Gruppenarbeit

Buchwald bringt das Fundament seines Verbesserungskonzeptes auf den Punkt: „In erster Linie geht es um angewandte Gruppenarbeit.“ Dazu mussten im Vorfeld klar definierte Prozessschritte, wie zum Beispiel das Chiplöten, innerhalb der Fertigung abgegrenzt und zusammengefasst werden. Die betroffenen Mitarbeiter wurden anschließend zu schlagkräftigen Teams zusammengeführt. In jedem der neu geschaffenen Bereiche wurde eine ‚Visualisierungsinsel‘ installiert, hier tragen die Mitarbeiter alle zwei Stunden ihre Qualitätsbeobachtungen ein und schlagen Verbesserungsmaßnahmen vor. An dieser Stelle wird auch die Fehlerquote statistisch ausgewertet und in Diagrammform visualisiert. Einmal am Tag erhalten die Teammitglieder hier Rückmeldung durch das Management, bestehend aus Werks-, Produktions- und Engineering-Leiter, die sich auf ihren täglichen Besuchen Zeit für ihre Kollegen aus der Fertigung nehmen – ein Aufwand, der sich lohnt, so Buchwald: „Die täglichen Besuche aus der Chefetage haben die Mitarbeiter stark motiviert. Dass wir uns für die kleinen Probleme aus der Produktion interessieren und Ressourcen zu deren Lösung bereitstellen, hat uns sehr viel Wertschätzung eingebracht.“ Jedes Team verfügt über einen Senior-Technologen, der „Moderator und Treiber des Verbesserungsprozesses ist und von uns entsprechend ausgebildet wurde“, ergänzt Buchwald.

Fließfertigung

Neben der Gruppenarbeit, die schnell für eine Steigerung der Produktausbeute gesorgt hat, half eine engere Verzahnung aufeinanderfolgender Prozesse: „Verbesserung erreiche ich nur, wenn ich dem vorgelagerten Prozess eine schnelle Rückmeldung zu den Veränderungen geben kann“, erklärt Buchwald. Neben den Qualitätsverbesserungen konnten auch die Durchlaufzeiten des Warsteiner Werks durch Einführung der Fließfertigung um 60 % reduziert werden.

Benchmark ‚Fabrik des Jahres‘

Verbesserte Kennzahlen für Fehlerquoten, Durchlaufzeiten, Lagerkosten und Reklamationen sprechen für sich, dennoch wollte Buchwald ein Feedback für sich und seine Mitarbeiter von unabhängiger Stelle erhalten. Aus diesem Grunde nahm er an dem Benchmark ‚Fabrik des Jahres‘ teil und freut sich über den Sieg in der Kategorie ‚Hervorragendes Qualitätsmanagement‘: „Der Preis bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!”