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Kaizen sorgt in Form der 5S-Methode für klar definierte und schlanke Arbeitsprozesse. - Bild: Item

Kaizen setzt sich aus den japanischen Begriffen "Kai" (= "Wandel/Veränderung") und "Zen" (= "zum Besseren") zusammen und beschreibt eine Denkhaltung, die nach einer stetigen Optimierung strebt. Wer das Prinzip des Kaizen verinnerlicht hat, ist hingegen äußerst wachsam und bemüht, jeden Tag noch effektiver zu werden. Dabei muss jedoch eine Differenzierung vorgenommen werden: Während Kaizen eine weitverbreitete Denkhaltung in der japanischen Kultur ist, handelt es sich beim kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) um dessen konkrete Anwendung in der industriellen Produktion. Im Folgenden soll es daher um die Ursprünge und Vorteile angewandten Kaizens in Form von KVP gehen.

Kaizen und KVP

Taiichi Ohno und Shigeo Shingo entwickelten in den 1950er Jahren im Auftrag des japanischen Automobilherstellers Toyota ein Konzept, das einige Jahrzehnte später um die Welt gehen sollte. Im Gegensatz zur unflexiblen, standardisierten Massenproduktion eines Henry Ford rückten sie den Arbeitsplatz in den Fokus. Es waren nun nicht mehr von oben festgelegte Maßgaben bestimmend: Stattdessen reagierte die Produktion unmittelbar auf den Absatz und übertrug dem einzelnen Werker mehr Verantwortung. Hier kam also der Kaizen-Gedanken unmittelbar ins Spiel. Prinzipiell wurden also Lean Production und KVP bereits hier angewandt, nur noch nicht unter diesen (westlichen) Bezeichnungen.

Das Buch "The Machine That Changed the World” (1990) der Autoren James P. Womack, Daniel T. Jones und Daniel Roos machte die hier skizzierten Ideen der japanischen Automobilindustrie unter der Bezeichnung "Lean Production" weltweit bekannt. Davon war auch Kaizen betroffen, das als kontinuierlicher Verbesserungsprozess die industrielle Produktion maßgeblich geprägt hat. Ob in der Produktion oder – als Lean Management – in der Unternehmensorganisation: Was als allgemeine Haltung in Japan begann, hat unsere Arbeitswelt nachhaltig zum Besseren verändert. Dem Kaizen-Gedanken gemäß, muss man jedoch auch festhalten, dass dieser Prozess immer noch andauert und niemals zum Abschluss gelangt.

Kaizen zeigt sich als 5S direkt am Arbeitsplatz

Kaizen findet also als Grundprinzip im Unternehmen seine konkrete Realisierung in Form des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. KVP setzt sich dabei aus weiteren Prinzipien zusammen. Großer Bedeutung kommt dabei der Methode der 5S zu, die direkt bei der manuellen Arbeit des Werkers ansetzt. Ihre Bezeichnung verdankt sie der einfachen Tatsache, dass sämtliche ihrer Anweisungen im japanischen Original mit einem "S" beginnen. Es handelt sich um diese Maximen:

● Seiri: Sortieren Sie überflüssige Gegenstände aus.

● Seiton: Ordnen Sie Arbeitsmaterial sinnvoll an und kennzeichnen sie es.

● Seiso: Reinigen Sie den Arbeitsplatz gründlich und regelmäßig.

● Seiketsu: Machen Sie obigen Prinzipien zu festen Standards.

● Shitsuke: Seien Sie diszipliniert und streben Sie immer nach Verbesserung.

Die Anwendung von 5S dient mehreren Zielen: Zunächst sorgt sie dafür, dass der eigentliche Produktionsprozess verbessert wird und keinen erwartbaren Störungen unterworfen wird. Zeitraubende Aktionen wie die Suche nach unübersichtlich sortiertem Material oder unnötiges Warten werden beseitigt beziehungsweise reduziert. Zugleich lässt sich so auch die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen senken. Dank des Strebens nach kontinuierlicher Verbesserung wird auch der Einsatz der 5S-Methode niemals abgeschlossen. Er sorgt daher gezielt für die Zukunft vor.

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