80 % der Vorschläge für bessere Abläufe in der Produktion kamen von den Mitarbeitern der

80 % der Vorschläge für bessere Abläufe in der Produktion kamen von den Mitarbeitern der Kübler-Gruppe (Bild: Pro Comet).

Im Wettbewerb mit immer kürzeren Produktlebenszyklen und steigendem Preisdruck will Kübler die Produktionskosten weiter senken, um den Unternehmensstandort im Schwarzwald zu halten.

Von  Tatjana Braun und Jürgen Braun

LANDSBERG (gk). Viele der Produkte wie Weg- und Winkelsensoren, Drehgeber oder absolute Wegaufnehmer werden manuell oder teilautomatisiert gefertigt. Die hohe Variantenvielfalt macht ein solches Produktionsverfahren notwendig, deshalb ist eine vollautomatisierte Produktion keine Lösung.
Kübler setzte an der Arbeitsorganisation an und führte eine Kaizen-orientierte Kultur ein. Dabei steht der Mensch im Vordergrund. Dies passt zur halbmanuellen  Produktion des Unternehmens. Durch die Einführung fester und zwangsgesteuerter Prozesse an den Fertigungslinien sollen Fehler verhindert werden, zum Beispiel mit dem One Piece Flow.
Doch mussten zunächst die Mitarbeiter ins Boot geholt werden. Denn sie mussten die Kaizen-Haltung verstehen und Verschwendungsbewusstsein entwickeln. Also wurden die Mitarbeiter in die Verbesserungsprozesse einbezogen und ein eigener Kaizen-Beauftragter aus dem Unternehmen benannt. 80 % der Vorschläge für bessere Abläufe kamen von den Produktionsmitarbeitern selbst.
Gleichzeitig wurde viel Sorgfalt auf die Einführung einer Kaizen-Kultur verwendet: Geschäftsführung und Führungskräfte machten klar, wie wichtig der Ansatz für das Unternehmen und die Arbeitsplätze ist. Zusätzlich wurden in Workshops, Veranstaltungen und Vorträgen Hintergründe, Methoden und Wirkungsweisen praxisnah verdeutlicht. Das war gleichzeitig eine Investition in die Nachhaltigkeit: Jeder, der überzeugt war, sorgt später auch für die Umsetzung auf lange Sicht. Kübler konnte die Produktivität um 5 bis 7 % pro Jahr erhöhen. Aber auch das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter steigt: „Wenn wir weniger Produkte nacharbeiten, gewinnen wir noch viel mehr“, meinen die Geschäftsführer Lothar und Gebhard Kübler. „Genau wie durch die höhere Motivation unserer Mitarbeiter und begeisterte Kunden. So können wir Arbeitsplätze in Deutschland sogar ausbauen.“
Die Autoren sind Geschäftsführer von Pro Comet. Gerade ist ihr Buch „Die 250 besten Checklisten für Unternehmenswachstum“ bei mi-Wirtschaftsbuch erschienen.