Jeder Handgriff sitzt in der Motorenfertigung von VW Chemnitz, Fabrik des Jahres 2011 (Bild:

Jeder Handgriff sitzt in der Motorenfertigung von VW Chemnitz, Fabrik des Jahres 2011 (Bild: Volkswagen).

An unterschiedlichen Stellschrauben ihres Produktionssystems haben die Sieger bei der Fabrik des Jahres/GEO 2011 gedreht, um an die Spitze zu gelangen.

Gunnar Knüpffer
Landsberg. Die Sieger bei der Fabrik des Jahres/GEO 2011 haben intensiv an ihrem Produktionssystem gefeilt, so dass sie eine hohe Flexibilität in der Produktion haben. Bei der Wolf GmbH, Sieger in der Kategorie ‚Hervorragende Montage‘, wurde das auch mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell und mit Mehrfachqualifikationen erreicht. Über Flexi-Arbeitszeiten kann die wöchentliche Arbeitszeit ohne Grenzen hoch- und heruntergefahren werden. Nach der Produktionsumgestaltung der Kollektoren- und der Wärmepumpenfertigung 2010 schaffte es Wolf, den effektiven Bestand signifikant zu reduzieren und die Lieferfähigkeit deutlich zu verbessern.
Bei Infineon in Warstein war es Gruppenarbeit, die dem Programm  ‚Route 99‘ zu größeren Erfolgen verhalf. Einzelne Prozessschritte wie zum Beispiel das Chip-Löten wurden eingegrenzt, deren Mitarbeiter in Teams organisiert. Diese dokumentierten alle zwei Stunden ihre Qualitätsbeobachtungen auf Visualisierungsinseln und schlugen Verbesserungen vor. Tägliche Feedback-Besuche aus der Chefetage motivierten die Mitarbeiter dabei. Neben Qualitätsverbesserungen wurde auch die Durchlaufzeit um 60 % reduziert.
Auch bei Kategoriesieger Siemens Healthcare in Kemnath wurden in verschiedenen Bereichen Gruppen eingeführt, die sich mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess beschäftigten. Die Mitarbeiter erhielten alle Informationen aus den Analysephasen in Mitarbeiter-Foren präsentiert. Diese Mitarbeiterinformation war ein wesentliches Element bei der Umsetzung des Verbesserungsprozesses.
PAS im polnischen Opalenica installierte ein intelligentes und hochmodernes Logistiksystem. Dieses erfasst lückenlos vom Wareneingang bis hin zum Versand des fertigen Produkts jeden kleinen Schritt. Denn „auf Kundenwünsche flexibel reagieren kann nur, wer jederzeit sämtliche Produktionsprozesse überblickt“, sagt Bernd Klein, Mitglied des Managements der PAS-Gruppe, Sieger in der Kategorie ‚Hervorragende Produktion in EU-Beitrittsländern‘.
Der Gaszähler-Fertiger Elster in Lotte verlagerte beispielsweise den Prozessschritt des Ausstanzens der Platine aus der Gehäusefertigung in einen vorgeschalteten Prozess, der weniger zeitkritisch ist, um die Ausbringungsmenge zu erhöhen. „So haben wir die Stillstandzeiten der Engpassanlage deutlich minimiert, sagt der Geschäftssegment-Leiter Frank Schlingmann.
Und das Managament der Fabrik des Jahres, VW Chemnitz, integrierte ein umfassendes Konzept zur Ressourcenoptimierung namens Total Energy Management in das VW-Produktionssystem. Damit wurde der Trinkwasserverbrauch um 86 % reduziert, der Abfall um 17 % und der spefizifische Energieverbrauch um 14 %.