Die Sieger bei der Fabrik des Jahres/GEO setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle (Bild: Jürgen

Die Sieger bei der Fabrik des Jahres/GEO setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle (Bild: Jürgen Claus, Logos: von Siegerfirmen, Collage: Carmen Lauter).

Gunnar Knüpffer

Landsberg. Eine flexible Arbeitsorganisation kennzeichnet die meisten Sieger bei dem Benchmark Fabrik des Jahres/GEO von Produktion und A.T. Kearney. So arbeitet der Gesamtsieger Roto Frank  zweischichtig auf Basis flexibler Arbeitszeitkonten und flexibler Entlohnungsmodelle. Auf diese Weise schafft es der Hersteller von Wohndachsystemen und Solarsystemen ein Fenster in aller Regel bis zum Mittag des Folgetages zu produzieren und zu versenden, wenn ein Dachhandwerker bis 14 Uhr eine Bestellung aufgibt. Erreicht wurde das durch große Leidenschaft, die Vorstand Erich Rosenkranz auch von seinen Mitarbeitern fordert. Man brauche mutige Leute, die keine Angst vor stetiger Veränderung haben und diese sogar gerne umsetzen. „Wenn ich dem Mitarbeiter positiv bestätige und mitteile, dass ich froh bin, dass er ein Problem aufgedeckt hat, kriege ich diese hohe Veränderungsdynamik hin“, sagt Geschäftsführer Hannes Katzschner. Auch bei Henkel in Wassertrüdingen ist es Leidenschaft der Mitarbeiter, die zum Sieg in der Kategorie „Hervorragende Resourceneffizienz“ führte. „Gesetzliche Bestimmungen schlagen bei der Ressourceneffizienz weniger zu Buche, das Ganze ist getrieben aufgrund von Wirtschaftlichkeit und weil wir es uns hier in der Fabrik zur Aufgabe, zur Passion gemacht haben, mit den Ressourcen hauszuhalten und das bereits zu einem Wettbewerb zwischen Abteilungen und Mitarbeitern geworden ist, wer uns noch irgendwo das letzte Quäntchen an Effizienz bringen kann“, sagt Werksleiter Christian Bauer.
Bei dem Sieger des Awards GEO, das BSH Hausgerätewerk in Nauen, leisteten die Mitarbeiter mit Zugeständnissen bei Arbeitszeit und Flexibilität einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung des Standorts. Auch bei Rohde & Schwarz, Sieger in der Kategorie Hervorragende Kleinserienfertigung, waren flexible Arbeitszeiten ein Baustein, um die Durchlaufzeiten zu halbieren. Mit einer offenen Arbeitszeitvereinbarung kann das Werk in Teisnach sechs mal 24 Stunden abdecken.
Gleichzeitig erhöhten die Sieger im vergangenen Jahr ihre Produktivität. Damit gelang es beispielsweise Harting Electronics, Sieger in der Kategorie „Hervorragende Großserienfertigung“, das Problem explodierender Auftragseingänge nach der Krise zu lösen. „Wir konnten dank der gesteigerten Produktivität die Boomauswirkungen ohne wesentliche Personalaufstockung bewältigen“, sagt Geschäftsführer Torsten Ratzmann. Auch der Türsystemhersteller Brose, Sieger in der Kategorie „Hervorragendes Qualitätsmanagement“, benötigte wegen des Anlaufs der E-Klasse keine Kurzarbeit.  Um auf Auslastungsschwankungen flexibel reagieren zu können, wurden Mitarbeiter an allen Arbeitsplätzen angelernt.