Professor Achim Kampker, RWTH Aachen

Professor Achim Kampker, RWTH Aachen, entwickelte zusammen mit Firmenpartnern in einem virtuellen Arbeitsraum den Street Scooter (Bild: RWTH Aachen).

Die Partner bei der Entwicklung des Vorzeige-Elektromobils Street Scooter arbeiten gleichberechtigt in einem virtuellen Arbeitsraum zusammen. Der Abbau von Hierarchien machte dabei Innovationen möglich.

Gunnar Knüpffer

Aachen. Bei dem neuen beispielgebenden Elektromobil Street Scooter der RWTH Aachen arbeiten über 16 mittelständische Unternehmen in einem virtuellen Arbeitsraum zusammen. Alle beteiligten Unternehmen und Forschergruppen testen auf einer offenen Technologieplattform die Rahmenbedingungen einer markenlosen Fahrzeugentwicklung. Die Spannbreite reicht dabei von der ersten Ideengenerierung bis hin zur konkreten Produzierbarkeit. Bereitgestellt wird dieser virtuelle Arbeitsraum für Product Lifecycle Management von der Firma Parametric Technology Corporation (PTC).
Damit ein komplett neues Fahrzeug entwickelt werden konnte, wurden in der IT-Umgebung Hierarchien und vertikale Strukturen abgebaut. Auf der Plattform befinden sich alle Beteiligten auf Augenhöhe. Auf diese Weise kommen auch unkonventionelle Ideen zum Tragen: So wurde für das Thermomanagement die Funktionsweise eines Passivhauses angewendet. Wäre dies ein klassisch strukturiertes Produktentwicklungsprozess in der Automobilindustrie, kämen nach Einschätzung der Projektpartner Zulieferer mit einer derartigen Idee nicht zu Wort.
Die auf der virtuellen Plattform gespeicherten Informationen liegen für die Automobilindustrie abrufbar bereit und sollen damit volkswirtschaftlichen Nutzen stiften.