Digitalisierung plus Ergonomie – das schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich ideal.

Digitalisierung plus Ergonomie – das schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich ideal. - Bild: Item

Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen auf der Liste der meistdiskutierten Industriethemen ganz oben. Es liegt auf der Hand, dass dabei Fragen wie jene nach der Ersetzbarkeit des Mitarbeiters aufkommen. Doch wie begründet sind die Befürchtungen, dass menschliches Know-how durch künstliche Intelligenz abgelöst wird?

Betrachtet man die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen, so zeigt sich, dass er so schnell nicht zum Auslaufmodell avancieren wird. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man die Komplexität motorischer Abläufe berücksichtigt. Trotz allem gibt es gewisse Unsicherheitsfaktoren: Wie wird der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Und wie verändert die Digitalisierung den Faktor Ergonomie?

Industrielle Arbeitsplätze fit für die Zukunft machen

Die klassische Massenproduktion rückt sukzessive in den Hintergrund. Individuelle und flexible Lösungen stehen in Zukunft immer häufiger auf der Agenda. Hierbei ist es entscheidend, alle Stationen innerhalb der Wertschöpfungskette auf intelligente Weise zu vernetzen.

Es müssen also die der Produktion vor- und nachgelagerten Prozesse nicht nur miteinander, sondern auch mit allen Stufen des Produktionsprozesses in einem kontinuierlichen Datenaustausch stehen. So lassen sich Abstimmungsfehler, die beispielsweise durch nicht rechtzeitig verfügbares Material am Arbeitsplatz auftreten, frühzeitig vermeiden.  

Allzu drastische Veränderungen des industriellen Arbeitsplatzes sind jedoch nicht zu befürchten. Es ist klar, dass jeder einzelne Mitarbeiter angehalten ist, sich auf neue Technologien und Arbeitsmethoden einzulassen. Gerade vor dem Hintergrund des Konzepts des lebenslangen Lernens ist dies ausdrücklich zu begrüßen. Von einer reinen Ersetzung durch Roboter- oder KI-Kollegen kann jedenfalls keine Rede sein.

Allerdings wird es zunehmend wichtiger, bereits vorhandene Aspekte in zukünftige Arbeitsprozesse einfließen zu lassen. Stillstand ist keine Option – was zählt, ist die Verknüpfung des Neuen mit dem Bewährtem: Neben Ergonomie zählen hierzu Individualisierung und Modularität. Diese Aspekte werden in Zukunft auch für die Außendarstellung als attraktiver Arbeitgeber an Bedeutung gewinnen.

Was heißt Ergonomie?

Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Gesetz, Regel) zusammen. Bei Ergonomie geht es darum, Arbeitsprozesse durch regelgeleitetes Vorgehen zu optimieren.

Dabei wird das Ziel verfolgt, die Produktivität der Mitarbeiter durch eine Vermeidung belastender Bewegungen möglichst lange zu erhalten. Diese Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Humanität ist die Essenz von Ergonomie.  

Ergonomie ist bei weitem kein altes Eisen

Manuelle Montagearbeiten sind trotz fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung auch künftig nicht aus der Welt der Industrie wegzudenken. Ergonomische Gesichtspunkte verlieren also auch in Zukunft nicht an Bedeutung. Ein individuell und ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz fördert die Produktivität des Mitarbeiters und schont insbesondere dessen Rückenmuskulatur.

Höhenverstellbare Arbeitstische und entsprechende Stühle sind etablierte Instrumente ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung. Diese können schnell an die Bedürfnisse des jeweiligen Mitarbeiters angepasst werden und diesen somit deutlich entlasten. Zusätzlich vermeidet die individuelle Positionierung von Materialien und Werkzeugen einseitige Bewegungen, die auf Dauer ebenfalls den Bewegungsapparat schädigen.

Ergonomische Arbeitsplatzausstattung bezieht darüber hinaus auch die Lichtverhältnisse der Arbeitsumgebung mit ein. Die passende LED- oder Tageslicht-Beleuchtung steigert die Konzentrationsfähigkeit des Mitarbeiters und reduziert somit das Fehlerrisiko.

Auch der Medieneinsatz sollte ergonomischen Leitlinien folgen: Monitore gilt es ergonomisch zu positionieren und Kabel und Leitungen geschützt außer Sichtweite in Kabelwannen zu verstauen. Schwenkbare Monitorarme ermöglichen eine präzise und an den Mitarbeiter angepasste Ausrichtung, die körperliche Belastung vermeidet. So empfiehlt es sich, Monitore stets im direkten Blickfeld des Mitarbeiters zu platzieren.

Digitalisierung und Ergonomie: Hand in Hand

Aufgrund der Folgen des demografischen Wandels und des größer werdenden Anteils älterer Arbeitnehmer steigt die Bedeutung der Ergonomie zusätzlich. Qualifizierte ältere Mitarbeiter sind eine äußerst wertvolle Ressource, deren Gesundheit und Produktivität lange erhalten bleiben sollten.

Ergonomische Arbeitsplätze dienen nicht zuletzt der Prophylaxe – dies darf man nicht vergessen. Vor diesem Hintergrund erscheint auch der Einsatz von Robotern in einem anderen Licht: Bereits jetzt kommen kollaborierende Roboter zum Einsatz, die mit ihren menschlichen Kollegen zusammenarbeiten und sie entlasten.

Daher sind es in diesen Fällen die Roboter, die schwere Werkstücke heben und positionieren. Besondere Sicherheitsmaßnahmen sorgen dafür, dass das Risiko von Unfällen von Mensch und Roboter verschwindend gering ist.

Auch cyber-physische Systeme (CPS) unterstützen den Werker bei der Industrie 4.0 in der Produktion. Hierbei fungieren Werkzeuge neben ihrer eigentlichen Funktion zusätzlich als smarte Informationsträger. So können sie z.B. von sich aus äußern, dass sich ein bestimmter Mitarbeiter für den nächsten Prozessschritt eignet und ein anderer aufgrund einer Vorerkrankung hierbei besser aussetzt.  

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