Mehr als die Hälfte aller Konzerne und ein Viertel aller Zulieferer verzeichnen durch nachhaltige

Mehr als die Hälfte aller Konzerne und ein Viertel aller Zulieferer verzeichnen durch nachhaltige Lieferketten weitreichende Kosteneinsparungen (Bild: M_Sapsiwai, Fotolia.com).

DÜSSELDORF (gk). Die Zusammenarbeit mit nachhaltigen Zulieferunternehmen und die konsequente Optimierung des Lieferkettenmanagements nach CO2-Gesichtspunkten ist für Unternehmen ein wesentlicher Hebel, um Kosten einzusparen. Dies geht aus dem „Supply Chain Report 2011“ der Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) und der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor, die die klimarelevanten Daten von weltweit führenden Konzernen und mehr als 1000 Zulieferunternehmen erhoben und ausgewertet hat. Mehr als die Hälfte aller Konzerne und ein Viertel aller Zulieferer verzeichnen durch nachhaltige Lieferketten weitreichende Kosteneinsparungen.

86 % der CDP Supply Chain-Unternehmen sehen weitreichende Wettbewerbsvorteile durch die enge Zusammenarbeit mit Zulieferern – allen voran ein verbesserter Return on Investment. Im Jahr 2009 waren dies lediglich 46 %. „Dieser rasante Anstieg bestätigt, dass eine konsequente nachhaltige Ausrichtung beim Lieferkettenmanagement und im Einkauf nicht nur der Umwelt hilft – denn in diesem Bereich fallen meist mehr als die Hälfte der CO2-Emmission eines Unternehmens an, sondern auch die Kosten drückt“, sagt Daniel Mahler, Partner bei A.T. Kearney und einer der Verantwortlichen für die Studie.

Mehr als 79 % der CDP-Supply-Chain-Mitgliedsunternehmen besitzen mittlerweile eine übergreifende Nachhaltigkeits-Strategie. Im letzten Jahr waren es erst 63 %. Entsprechend hoch ist auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Bereich Lieferkettenmanagement.

Die wachsende strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit hat im vergangenen Jahr geradezu einen Dominoeffekt innerhalb der Lieferketten der globalen Konzerne ausgelöst. So bieten bereits 41 % der Unternehmen entsprechende Schulungen für ihre Mitarbeiter an, wenn sie Vorschläge zur CO2-Reduktion in der Lieferkette machen. Diese werden in 25 % der Unternehmen sogar besonders honoriert.

Neben einer gezielten Mitarbeitermotivation hat sich auch der Nutzen im Bereich Brand-Management in mehr als der Hälfte der Unternehmen erhöht. Zudem ist Produktdifferenzierung sogar für 60 % aller Unternehmen ein zunehmend wichtiges Ziel.

Die Qualität und Konsistenz der Reporting-Prozesse entlang der Lieferkette stehen in punkto CO2-Ausstoß jedoch noch vor erheblichen Herausforderungen. Nach und nach etablieren die Unternehmen jedoch standardisierte CO2-Scorecards zur Optimierung ihrer Lieferketten. So hat sich der Anteil der Unternehmen, die ihre Supply Chain-Emissionen verfolgen und über diese Werte berichten auf 45 % mehr als verdoppelt. 72 % der weltweiten Konzerne lassen ihre Daten sogar extern überprüfen, während dies bei nur 39 % der Lieferanten der Fall ist – vornehmlich aufgrund der hohen Kosten, die damit verbunden sind. „Ein Umdenken bei den Zulieferern ist dringend erforderlich, denn bereits 17 % der Konzerne wählen ihre Zulieferer bereits nach CO2-Kriterien aus. Tendenz weiter steigend – wir schätzen auf etwa 30 Prozent in fünf Jahren“, sagt Mahler.

„Wir sehen einen enormen Wandel bei den führenden Unternehmen in der Art und Weise, wie sie nachhaltige, quantifizierbare CO2-Programme und Policies einsetzen“, sagt Frances Way, Program Director des CDP: „Während im letzten Jahr zahlreiche Konzerne eine sinnvolle Klimapolitik fest in ihre Geschäftsstrategie eingebettet haben, geht es jetzt an die konkrete operative Umsetzung – und das über die gesamte Lieferkette hinweg. Besonders erfreulich dabei: Sowohl Konzerne als auch Lieferanten profitieren gleichermaßen von einer Zusammenarbeit, die neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Ziele verfolgt.“

„Zukunftsorientierte Führungskräfte haben längst erkannt, dass die Programme zur Verringerung der Treibhausgase für ihre Organisationen erhebliche wirtschaftliche und strategische Vorteile bieten. Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten in dieser Hinsicht vervielfacht diese Vorteile zusätzlich“, so Mahler.