DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Insgesamt verbuchte die Q-Cells SE von April bis Juni außergewöhnliche Belastungen von 256 Mio Euro. Die Produktionsanlagen am Sitz in Thalheim, die zuletzt schon gedrosselt gefahren wurden, sind um 140 Mio Euro abgeschrieben worden. Die Vorräte wurden um über 70 Mio Euro wertberichtigt, für langfristige Lieferverträge fielen den Angaben zufolge über 40 Mio Euro an.
Trotz des im zweiten Quartal deutlich im Vergleich zum Jahresauftakt gesteigerten Umsatzes fiel dadurch ein annähernd gleich hoher operativer Verlust an. Erlösen von 316 Mio Euro stand ein operativer Fehlbetrag von 308 Mio Euro gegenüber. Neben den Wertberichtigungen haben die Kosten für die ungenutzte Produktionskapazität und der Preisverfall für weitere Verluste gesorgt, hieß es.

Q-Cells will nun vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats die Strukturen noch weiter straffen. Die Kapazität am Stammsitz soll dauerhaft halbiert werden, das Unternehmen will noch mehr auf den Standort in Malaysia setzen. In der Verwaltung sollen 25% bis 30% der Kosten eingespart werden. Dabei sollen den Angaben zufolge betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Für das Gesamtjahr rechnet Q-Cells SE nun nur noch mit einem Umsatz in Höhe von rund 1 Mrd Euro sowie einem operativen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, da auch im zweiten Halbjahr Einmalaufwendungen für das beschlossene Maßnahmenpaket anfallen werden. Zuvor wollte das Unternehmen die Erlöse auf dem Vorjahresniveau von 1,35 Mrd Euro halten. Im kommenden Jahr soll dann wieder ein operatives Ergebnis erwirtschaftet werden, hieß es zudem.