Nach der Gewinnwarnung der kürzlich übernommenen Roth & Rau macht die neue Konzernmutter Meyer

Nach der Gewinnwarnung der kürzlich übernommenen Roth & Rau macht die neue Konzernmutter Meyer Burger bei dem geplanten Beherrschungsvertrag einen Rückzieher - statt dem erhofften Gewinn müsste Meyer Burger nun Verluste ausgleichen (Bild: Meyer Burger).

BAAR (Dow Jones/ks)–Roth & Rau hatte am Montag eine Gewinnwarnung ausgegeben. Die Verunsicherung über die künftige Ausgestaltung der Solarförderprogramme in europäischen Märkten habe anders als erwartet zu einem weiteren drastischen Rückgang der Nachfrage nach Solarmodulen und -systemen geführt. Überkapazitäten im Markt und erschwerte Finanzierungsbedingungen für Solarprojekte hätten zusätzlich belastet. Auch die geplanten Verkäufe von Lagerbeständen konnten nicht wie geplant realisiert werden, woraus sich ein Wertberichtigungsbedarf ergab.

Aber auch ohne Vertrag wird sich der Geschäftsverlauf bei Roth & Rau negativ in der Bilanz von Meyer Burger niederschlagen. Mit Kontrollübernahme am 9. August wird die Gesellschaft bei den Schweizern vollkonsolidiert, der Anteil vor diesem Zeitpunkt als Beteiligung an assoziierten Gesellschaften bilanziert. Mittlerweile beläuft sich der Anteil von Meyer Burger auf über 75%.

Bei Roth & Rau sieht man die Absage des Vertrags als Chance. Die Entscheidung biete die Möglichkeit, sich noch stärker auf die strategische Neuausrichtung und “den angestrebten Turnaround” zu konzentrieren, sagte Finanzvorstand Peter Frankfurter.

Auch wenn nun eine größere finanzielle Autonomie für Roth & Rau bestehen bleibe, ändere sich an der Ausgestaltung des Konzernverbund nichts, sagte eine Sprecherin. Grundlegende Entscheidungen würden nach wie vor aufgrund der Kapital- und der personellen Verflechtungen im Einvernehmen mit Meyer Burger getroffen.