Siemens hat permanenterregte Synchronmotoren und Asynchronmotoren mit einer Dauerleistung von 60

Siemens hat permanenterregte Synchronmotoren und Asynchronmotoren mit einer Dauerleistung von 60 beziehungsweise 50 kW für die Anforderungen im Elektroauto optimiert (Bild: Siemens).

von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Im Fokus der Zusammenarbeit stehen die Weiterentwicklung von elektrischer Antriebstechnik, Leistungselektronik und Ladetechnik sowie die Integration der Systeme in die strombetriebene Version des Volvo C 30, wie der Münchener DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte.

Die ersten Volvos mit Siemens-Elektromotoren sollen noch in diesem Jahr getestet werden. Ende 2012 wird der schwedische Autobauer bis zu 200 Fahrzeuge an Siemens liefern, die bei den Münchenern als Testflotte zum Einsatz kommen. Über die finanziellen Details der Zusammenarbeit war zunächst nichts zu erfahren. Am Mittag wird es allerdings eine Pressekonferenz zum Thema geben.

“Die Kooperation mit Volvo ist ein wichtiger Meilenstein bei der Entwicklung hochwertiger Komponenten und Systeme für die spätere Serienproduktion von Elektroautos”, sagte Siegfried Russwurm, Vorstandsvorsitzender des Industriesektors von Siemens. “Wir verstehen uns als umfassenden Wegbereiter der Elektromobilität.”

Siemens – auf dem Weg zu einem grüneren Image – sieht sich als Pionier in Sachen Elektromobilität. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Europas größter Technologiekonzern strombetriebene Straßenbahnen. Die erste davon ging 1881 in Berlin an den Start. Im Jahr 1905 bauten die Münchener dann eines der ersten Elektroautos: Die “Elektrische Viktoria” kam auf den Straßen Berlins als Hoteltaxi und Lieferwagen zum Einsatz.

“Wir sind hoch erfreut, Siemens als Partner zu haben”, sagte der deutsche Volvo-Chef Stefan Jacoby, der früher für Volkswagen arbeitete. “Das weltweit führende Wissen und die Erfahrungen des Unternehmens werden die Technologie in unseren Elektroautos auf ein völlig neues Niveau bringen”. Volvo war in Zeiten der Wirtschaftskrise von Ford an den chinesischen Autobauer Geely verkauft worden.

Im Bereich alternativer Antriebstechnologien sind Kooperationen inzwischen an der Tagesordnung. Denn Autohersteller und auch -zulieferer müssen massiv in die Forschung und Entwicklung investieren, ohne daraus heute einen direkten Nutzen ziehen zu können. Und wann sich der horrende Mitteleinsatz lohnen wird, ist noch ungewiss. Branchenexperten rechnen nämlich nicht damit, dass das Elektroauto vor 2020 den Durchbruch schaffen wird. Hinzu kommt, dass viel Geld in die Weiterentwicklung herkömmlicher Verbrennungsmotoren gesteckt werden muss, um diese fit für die rigider werdenden Abgasvorschriften zu machen.

Angesichts dieser immensen Herausforderungen arbeiten beispielsweise Daimler und Bosch bei E-Motoren zusammen und BMW gründete Anfang des Jahres ein Joint Venture mit der französischen PSA Peugeot Citroen. Aber auch immer mehr “branchenfremde” Unternehmen, stoßen in den Bereich der E-Mobilität vor. So kooperiert Daimler auch mit Evonik bei der Batterieentwicklung, einem der schwierigsten Aufgabengebiete der E-Mobilität. In diesem Bereich arbeiten auch Bosch und der koreanische Elektronikkonzern Samsung zusammen. Zudem machen seit neuestem die Opel-Mutter General Motors und LG gemeinsame Sache.