Siemens-Chef Peter Löscher sieht Desertec kurzfristig "in keinster Weise in einer Umsetzung" (Bild:

Siemens-Chef Peter Löscher sieht Desertec kurzfristig "in keinster Weise in einer Umsetzung" (Bild: Siemens).

Von Beate Preuschoff, Dow Jones

BERLIN (ks). “Die Desertec-Initiative ist viel, viel breiter als Siemens, das hat in keinster Weise eine Wirkung”, sagte Löscher beim SZ-Führungskräftetreffen.

Siemens habe gerade entschieden, das Solargeschäft aufzugeben. Insofern sei es logisch gewesen, auch aus dem Projekt Desertec auszusteigen. Die mit Desertec verbundene Vision sei längerfristig richtig, aber nicht zuletzt im jetzigen Kontext der europäischen Schuldenkrise gebe es andere Schwerpunkte. Auch die geopolitischen Rahmenbedingungen hätten sich verändert. “Kurzfristig sehe ich das (Desertec) in keinster Weise in einer Umsetzung, wie wir das ursprünglich angedacht hatten”, sagte Löscher.

Das von europäischen und nordafrikanischen Ländern betriebene Wüstenstromprojekt war Ende 2009 an den Start gegangen. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und auch Teile des europäischen Stromverbrauchs zu decken.