SMA plant nach eigenen Angaben auch künftig kleinere Akquisitionen, um die Wertschöpfungskette zu

SMA plant nach eigenen Angaben auch künftig kleinere Akquisitionen, um die Wertschöpfungskette zu optimieren und die Technologieführerschaft auszubauen (Bild: SMA Solar).

NIESTETAL (ks/Dow Jones)–Die Akquisition kostet die Niestetaler 33,5 Mio Euro, wie Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon in einer Telefonkonferenz sagte. Der immaterielle Firmenwert (Goodwill) liegt dabei bei 28 Mio bis 30 Mio Euro. Das polnische Unternehmen, das 2010 einen Umsatz von 74 Mio Euro erzielte, ist auf die Herstellung elektromagnetischer Bauteile wie Transformatoren und Magnetspulen spezialisiert. Mit 530 Beschäftigten wurde 2010 ein Umsatz von 74 Mio Euro erzielt, die Marge vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag laut SMA bei 28,3% – und damit höher als die eigene.

Wenn der Zukauf wie geplant im Juli abgeschlossen wird, gilt er rückwirkend zu Jahresbeginn. Urbon zufolge wird dtw damit schon in diesem Jahr zum eigenen Gewinn beitragen. Der Finanzvorstand bezifferte den Beitrag zum Vorsteuergewinn in diesem Jahr auf 20 Mio bis 25 Mio Euro . SMA hatte 2010 vor Steuern 518 Mio Euro verdient, rechnet in diesem Jahr aber mit einer Abschwächung der operativen Marge bei maximal gleichbleibenden Erlösen.

Diesem Trend soll die engere Zusammenarbeit mit dem dann konzerneigenen Zulieferer entgegenwirken. Laut Urbon machen Magnetspulen ein Drittel der Herstellungskosten eines Wechselrichters aus, der den Strom aus Photovoltaikanlagen in netzfähigen Wechselstrom umwandelt. Bisher habe man diese Bauteile von verschiedenen Lieferanten bezogen. Künftig soll dtw allein für die Versorgung zuständig sein, sagte der Manager. “Wir erwarten deutliche Einsparungen bei den Kosten”, so Urbon.

dtw und SMA stehen bereits seit rund 10 Jahren in engen Geschäftsbeziehungen. Innerhalb der SMA Gruppe soll dtw zukünftig als eigenständige Tochtergesellschaft und globales Kompetenzzentrum für elektromagnetische Bauteile geführt werden.

„Stefan und Izabella Domagala haben ein großartiges Unternehmen mit hoch motivierten Mitarbeitern aufgebaut“, sagte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. „Wir freuen uns sehr darauf, noch enger mit diesem hervorragend aufgestellten Team zusammenzuarbeiten.“

dtw Sp.z o.o. wurde 1991 von Stefan und Izabella Domagala gegründet und beschäftigt aktuell rund 530 Mitarbeiter (inkl. Zeitarbeitskräfte). Firmengründer Stefan Domagala will die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von dtw auch weiterhin vorantreiben und eng mit den Entwicklern der SMA zusammenarbeiten. In verschiedenen Entwicklungsprojekten stehen neue Magnetwerkstoffe mit neuartigen Legierungen sowie leistungs- und gewichtsoptimierte Hochfrequenztransformatoren im Mittelpunkt, so das Unternehmen. Domagalas Frau und Firmenmitgründerin Izabella Domagala werden die Integration von dtw und SMA beratend begleiten, hieß es.

SMA will die Produktion elektromagnetischer Bauteile auch zukünftig in den Produktionsstätten von dtw in Zabierzów konzentrieren. Die Wechselrichter-Produktion von SMA soll nach wie vor ausschließlich am Hauptstandort in Niestetal/Kassel sowie für den nordamerikanischen Markt an den Auslandsstandorten Denver/Colorado und Ontario/Kanada fortgeführt werden.