Bluhm Systeme Hoermann Etikettendruckspender Legi-Air 4050E

Der Etikettendruckspender Legi-Air 4050E wurde schräg über der Fördertechnik montiert. Bild: Bluhm Systeme

| von Natalie Iwantschew, Bluhm Systeme

Alle 17 Sekunden wird am sächsischen Produktionsstandort eine fertiggestellte Hörmann-Tür in PE-Folie eingeschweißt, etikettiert und auf eine Palette gestapelt. Kaum eine Tür ist wie die andere – deshalb müssen die Etiketten eine ganze Reihe individueller Informationen enthalten: Produktname, Maße, RAL-Farbangabe, Skizze der Anschlagsseite, Chargennummern und verschiedene Barcodes.

Um den Überblick zu behalten, steuert Hörmann die komplette Etikettierung über ein übergeordnetes Leitsystem. Alle relevanten Druckdaten sind in einem ERP-System hinterlegt und werden per Ethernet-Datenleitung an den Etikettendruckspender Legi-Air 4050E von Bluhm Systeme übermittelt. Entscheidend bei der Systemauswahl war vor allem, dass die folgenden Herausforderungen gemeistert werden können: der Druck sogenannter Leiterbarcodes, das ungewöhnliche Etikettenmaß und die Klebeposition auf unebenem Untergrund.

1. Thermotransferdruck von Leiterbarcodes

In den Legi-Air 4050E ist ein SATO-Druckmodul integriert, dass die Daten per Thermotransferdruck auf die Etiketten druckt. Dabei wird ein temperaturempfindliches Farbband zwischen Label und Thermodruckkopf hindurchgeführt. Der Druckkopf besitzt Hunderte von computergesteuerten Heizelementen, die das Druckbild übertragen. Wird ein Heizelement angesteuert und erhitzt, schmilzt die Farbbandschicht und die Farbe wird auf das Etikett übertragen.

Der Druck von Barcodes per Thermotransfer ist am leichtesten, wenn die Codelinien in Druckrichtung der Thermoleiste verlaufen. Denn um diese sogenannten Zaunbarcodes zu drucken, muss das Heizelement im Druckkopf lediglich einmal angesteuert und solange erhitzt werden, bis die Linien gedruckt sind.
Schwieriger ist der Druck von sogenannten Leiterbarcodes, die quer zur eigentlichen Druckrichtung verlaufen. Hier müssen die Heizelemente sehr präzise auf das Ein- und Ausschalten reagieren. Die Temperatur der Heizelemente muss sich folglich sehr kurzfristig ändern können, um ein exaktes Druckbild zu erhalten. Dies gelingt dem SATO-Druckmodul mühelos dank spezieller harzreicher Farbbänder in Kombination mit Etiketten aus PE-Folie und einer leicht reduzierten Druckgeschwindigkeit.

2. Lange, schmale Etiketten automatisiert aufkleben

Wenn sich die eingeschweißten Hörmann-Türen auf dem Förderband dem Etikettiersystem nähern, erkennt eine Fotozelle deren Position und löst den Etikettendruck aus. Nach der Bedruckung schiebt der Etikettendruckspender den Aufkleber auf einen sogenannten Spendestempel vor und fixiert ihn dort per Saugluft, damit er nicht verrutscht. Der Stempel bewegt sich vorwärts und bringt so das Etikett auf.
Mit einem Maß von 25 x 200 mm sind die Hörmann-Etiketten nicht nur sehr lang und schmal, sondern wegen ihrer Zusammensetzung aus PE auch sehr weich und instabil. Problematisch wird es, wenn ein solches Label auf den Spendestempel vorgeschoben und gleichzeitig dort fixiert werden soll. Denn indem das auf dem Stempel herrschende Vakuum das Herunterrutschen des Etiketts verhindert, unterbindet es gleichzeitig ein weiteres Vorschieben. Unter normalen Umständen würde der Aufkleber lediglich bis zur Mitte des Stempels gelangen und folglich nur mit einer unschönen Falte auf das Produkt aufgebracht werden können. Um ihn komplett vorzuschieben, müsste das Haltevakuum reduziert werden. Dadurch bestünde jedoch die Gefahr, dass das Etikett vom Stempel rutscht.

Daher hat Bluhm Systeme für die Hörmann-Etiketten das „Zwei-Stufen-Vakuum“ entwickelt und im Etikettendruckspender Legi-Air 4050E verbaut. Solange das Label nach dem Druck auf den Spendestempel geschoben wird, herrscht ein geringeres Vakuum vor. Die Saugluft reicht gerade so aus, das Etikett zu halten. Es kann aber noch problemlos vorgeschoben werden. Sobald der Aufkleber komplett auf der Stempelplatte sitzt, erhöht sich das Vakuum schlagartig, um ihn fest und sicher auf der Stempelplatte zu fixieren.

Bluhm Systeme Hoermann Etiketten
Die Etiketten werden berührungslos auf den unebenen Untergrund aufgebracht. Bild: Bluhm Systeme

3. Unebene, seitliche Etikettierfläche

Nähert sich eine Tür auf dem Förderband, fährt der Spendehub der Stempelplatte langsam aus. Ein an der Stempelplatte montierter Näherungssensor erkennt den idealen Abstand zur Folienoberfläche und gibt wenige Millimeter vor Erreichen der Kontaktposition das Signal zum Abblasen des Etiketts. So wird das Label berührungslos auf die Schutzfolie aufgebracht. Da die Etiketten auf Höhe des seitlichen Türfalzes, also auf eine unebene Fläche aufgebracht werden sollen, montierte Bluhm die Legi-Air 4050E-Geräte in einem Winkel von etwa 45° über der Fördertechnik. Denn es hatte sich gezeigt, dass sich diese Kennzeichnungsaufgabe am besten in einer schrägen Position lösen lässt.

Die schräg montierten Etikettendruckspender der Bluhm Systeme befinden sich mittig über der drei Meter breiten Förderstrecke, um die Etiketten in der Mitte der Türanschläge zu applizieren. Damit sich die Verbrauchsmaterialien wie Etiketten oder Farbbänder trotzdem bequem auffüllen lassen, montierte Bluhm die Geräte an einer quer zum Förderband verlaufenden Verfahrtraverse. So lassen sich die Druckspender auf Knopfdruck über die Traverse an die Seite der Anlage fahren, wo sie mühelos erreicht werden können. Weiterer Vorteil der Traverse: Sollte sich die gewünschte Etikettierposition ändern, kann das Gerät kurzerhand entsprechend eingerichtet werden.

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